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140 Jahre Jubiläum

Sierau dankt Mitarbeitern für die positive Entwicklung des Klinikums

Klinikum Dortmund gGmbH am 10.03.16

ausstellung3__1_Oberbürgermeister Ulrich Sierau war voll des Lobes. „Jedem 100- Jährigen ist zu wünschen, dass es ihm so gut geht wie diesem Haus hier mit 140 Jahren“, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende des Klini-kums Dortmund anlässlich eines heutigen Pressegesprächs zum Jubiläum „140 Jahre Klinikum Dortmund“. Damit hob Sierau insbe-sondere die positive qualitative und wirtschaftliche Entwicklung des Hauses in der jüngsten Vergangenheit hervor und machte darauf aufmerksam, dass dies im Klinikmarkt unter den aktuell schwierigen Rahmenbedingungen keinesfalls eine Selbstverständlichkeit sei. „Mein Dank gilt ausdrücklich allen Mitarbeitern, die dazu beigetragen haben“, sagte Sierau.

Während es das Klinikum Dortmund in den zurückliegenden Jahren ge-schafft hatte, aus eigener Kraft die Verlustzone hinter sich zu lassen, sei-en andere Krankenhäuser in die roten Zahlen gerutscht. Dies sei beacht-lich. „Zwar ist die Bilanz für 2015 noch nicht fertig, aber schon jetzt kön-nen wir sagen, dass das Geschäftsergebnis wie in den letzten Jahren po-sitiv ist“, sagte Sierau. Er unterstrich, dass die Stadt Dortmund auch wei-terhin zu dem Klinikum in kommunaler Trägerschaft stehe. Mit Stolz er-wähnte er das Renommee des Hauses, auch über die Stadt- und Lan-desgrenzen hinaus. Rudolf Mintrop, Vorsitzender der Geschäftsführung des Klinikums Dortmund, wies darauf hin, dass das Klinikum erst jüngst in der „Focus“-Klinikliste zum besten Krankenhaus im Ruhrgebiet gekürt worden sei. Ein echtes Plus für Dortmund.

Luisenhospital war die „Urzelle“ des heutigen Klinikums Dortmund

Der Blick in die Historie zeigte denn auch deutlich: Dortmund wäre sicher-lich eine andere Stadt, wenn es das Klinikum nicht gegeben hätte. Und umgekehrt hat das Klinikum der Stadt viel zu verdanken. Das fing bereits 1876 an, als auf Initiative des damaligen Bürgermeisters das Luisenhospi-tal, der „Urzelle“ des heutigen Klinikums Dortmund, eröffnet werden konn-te. Bis dahin waren Kranke in einem Gasthaus am Westenhellweg unter-gebracht, das im Mittelalter auch als Waisenhaus gedient hatte.

Das Gasthaus stieß schnell an seine Grenzen

In den 1870er Jahren gelangte das mit 56 Betten und 70 Patienten beleg-te Gasthaus aber an seine Grenzen und brauchte neue Räumlichkeiten. Nach vier Jahren Bauzeit konnte am 10. März 1876 das „Luisenhospital“ –so benannt anlässlich des 100. Geburtstags der preußischen Königin Lui-se – mit 40 Patienten in Betrieb gehen.

Anforderungen an die Krankenschwestern anno 1850

Dass die Versorgung von Kranken seinerzeit noch ganz andere Anforde-rungen an die Pflegekräfte stellte, wird in einer Stellenanzeige aus dem Jahr 1850 deutlich. Demnach wurden Pflegerinnen mit folgenden Fähig-keiten und Eigenschaften gesucht: Pflasterschmieren, Blutegelsetzen, Kräuterkennen, Hütenähen, Teppich- und Netzestricken, Singen, Glau-benslehre, Verträglichkeit und ernstes Betragen.

Klinikum hatte früher eigenen Gemüsegarten und Schweinemast

Aber auch die Organisation eines Krankenhauses war damals vielfach anders. So betrieb die „Wirtschaftsabteilung“ des Krankenhauses um 1913 herum eine große Gemüsegärtnerei, die einer Fläche von 14 Fuß-ballfeldern entsprach. Zusätzlich besaß die Klinik eine eigene Schweine-mastanstalt mit bis zu 200 Schweinen, um die Patienten zu versorgen.

Um 1900 herum: Hautklinik für Prostituierte gebaut

Dass das Angebot eines Krankenhauses oft auch Spiegelbild gesell-schaftlicher Entwicklungen ist, zeigt das Beispiel „Hautklinik“. Sie wurde 1900 gebaut, um die zahlreichen Prostituierten aus Dortmunds Vergnü-gungsviertel rund um die Brückstraße zu behandeln. Diese sollten „sepa-riert“ werden, um zu vermeiden, dass sie die anderen Patienten mit ihren „Toll- und Ungezogenheiten“ störten.

Fotoausstellung im Klinikum eröffnet

Neben geschichtlichen Anekdoten gab es aber auch etwas zu sehen: Im Zuge des Jubiläums „140 Jahre Klinikum Dortmund“ wurde nämlich heute u.a. auch eine Fotoausstellung mit historischen Rückblicken eröffnet. Zu-gleich stellte der Fotografie-Student Tim Brederecke sein Fotoprojekt im Klinikum vor, in dessen Rahmen er OP-Personal aus dem Klinikum Dort-mund vor und nach ihrem Dienst fotografiert hatte. Auf diese Weise ist es ihm gelungen zu veranschaulichen, welchen Veränderungsprozess ein Mensch während eines Arbeitstages durchläuft. Die Ausstellungen sind von nun an fortlaufend im Klinikum Dortmund, Beurhausstr. 40, 44139 Dortmund zu sehen.

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