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Forschergruppe in der Biochemie verlängert

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft vergibt 3,3 Millionen Euro

am Dienstag, 17. Januar 2017

Ralf Erdmann untersucht mit seiner Forschergruppe, wie Proteine in bestimmte Zellorganellen gelangen. © RUB, Marquard

Ralf Erdmann untersucht mit seiner Forschergruppe, wie Proteine in bestimmte Zellorganellen gelangen.
© RUB, Marquard

Eine von der Ruhr-Universität Bochum (RUB) koordinierte Forschergruppe erhält für weitere drei Jahre eine Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Höhe von 3,3 Millionen Euro. Die Wissenschaftler um Prof. Dr. Ralf Erdmann vom Institut für Biochemie und Pathobiochemie der RUB untersuchen Riesenporen, die den Transport von Proteinen in bestimmte Zellorganellen, die Peroxisomen, ermöglichen. Die DFG fördert die Forschergruppe „Struktur und Funktion des peroxisomalen Translokons“ (Pertrans) seit 2013.

Gemeinsame Arbeit

Bei Pertrans arbeiten Chemiker, Biologen und Physiker zusammen, um neue Erkenntnisse über die Peroxisomen zu erhalten. Besonders die interdisziplinäre und zielgerichtete Arbeitsweise des Teams aus etablierten und Nachwuchsforschern habe überzeugt, so die DFG-Gutachter. Wörtlich hieß es in der Begründung, die Konstellation sei das Beste, was man sich zu diesem Thema vorstellen könne.

Zum Forscherteam gehören neben Ralf Erdmann und Prof. Dr. Harald Platta von der RUB auch Wissenschaftler der Universitäten Bremen, Freiburg, Göttingen, der Technischen Universität München, des European Molecular Biology Laboratory in Hamburg und des Max-Planck-Instituts in Dortmund. Auch die Universität Oxford ist beteiligt.

Krankheiten besser verstehen

Fettsäuren verbrennen oder Wasserstoffperoxid unschädlich machen: Peroxisomen sind Zellorganellen mit vielen verschiedenen Funktionen. Für die Stoffwechselvorgänge benötigen sie Proteine, die in der Zellflüssigkeit hergestellt und dann importiert werden müssen. Der Import in die Peroxisomen läuft anders ab als bei anderen Zellorganellen, denn die Proteine können auch in gefalteter Form ins Innere gelangen. Die dafür verantwortlichen Rezeptoren wechseln zwischen zwei Formen hin und her: einer löslichen in der Zellflüssigkeit und einer an die Membran des Peroxisoms gebundenen Form. Die Struktur und Funktion dieser speziellen Protein-Transportmaschinerie, des sogenannten Translokons, wollen die Pertrans-Forscher aufklären. Die Ergebnisse können zu einem besseren Verständnis von Krankheiten beitragen, die durch eine fehlerhafte Reifung der Peroxisomen entstehen.

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Englischsprachige Projektseite von Pertrans: http://www.pertrans.org/

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