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Mit vier Armen gegen Sodbrennen

Da Vinci in der Chirurgie des Marien Hospital Herne im Einsatz

am Montag, 3. Juli 2017

Prof. Dr. Jürgen Zieren, Direktor der Chirurgischen Klinik, Dr. Jens Peter Hölzen, Leitender Oberarzt, und der niederländische Experte für minimal-invasives Operieren und Robotik Prof. Dr. Ivo Broeders (v.l.n.r.) neben dem Da Vinci® Xi im OP.

Prof. Dr. Jürgen Zieren, Direktor der Chirurgischen Klinik, Dr. Jens Peter Hölzen, Leitender Oberarzt, und der niederländische Experte für minimal-invasives Operieren und Robotik Prof. Dr. Ivo Broeders (v.l.n.r.) neben dem Da Vinci® Xi im OP.

Höchste Präzision, volle Armflexibilität und minimal-invasives Operieren von Speiseröhren- und Magenerkrankungen wie Sodbrennen: Die Klinik für Chirurgie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum rüstet ihre Technik mit dem Operationsroboter Da Vinci® Xi auf. Prof. Dr. Jürgen Zieren, Direktor der Chirurgischen Klinik, und sein Leitender Oberarzt Dr. Jens Peter Hölzen luden den Experten für Robotikchirurgie Prof. Dr. Ivo Broeders aus den Niederlanden nun zum fachlichen Austausch nach Herne ein.

Speiseröhrenerkrankungen wie Sodbrennen (auch Refluxerkrankung genannt) sind oftmals nicht nur lästig, sondern schränken auch die Lebensqualität erheblich ein: „Wenn Medikamente nicht mehr ausreichend wirken oder Säureblocker aufgrund ihrer mittlerweile bekannt gewordenen erheblichen Nebenwirkungen unerwünscht sind, ist eine Operation empfehlenswert. Dabei wird der Verschlussmechanismus des Übergangs der Speiseröhre in den Magen ausgebessert, damit die Magensäure nicht wieder zurück fließen kann. Der Einsatz des Da Vinci-Systems unterstützt uns seit diesem Jahr bei solchen minimal-invasiven Eingriffen“, erläutert der Klinikdirektor Prof. Zieren. Dem Operateur stehen dabei vier flexible Arme und eine Ultra-HD-Laserkamera zur Verfügung: „Die Arme, die über eine Konsole gesteuert werden, sind viel beweglicher als das menschliche Handgelenk. So ist millimetergenaues Operieren mit größter Präzision möglich. Das ist vor allem an schwer zugänglichen und engen Stellen wichtig, wie z. B. im Bereich der Speiseröhre. Besonders hier liegen viele wichtige Organe in unmittelbarer Nähe, wie die Leber, die Milz und der Magen, die nicht beschädigt werden dürfen“, weiß Prof. Broeders von der Universität Twente, der außerdem in einer Klinik in Amersfoort tätig ist. Der Experte für minimal-invasives Operieren und Robotik führte im Jahr 2000 die Robotikchirurgie in den Niederlanden ein. Mit den Kollegen aus Herne tauschte er sich jetzt während einer gemeinsamen OP und einem anschließenden Gespräch über die Möglichkeiten des Roboters aus.

Ob ein Patient mit Hilfe des Roboters operiert wird, entscheiden die behandelnden Ärzte individuell unter Einbezug verschiedener Faktoren: „Vor allem die Ausdehnung der Krankheit und die Begleiterkrankungen sind entscheidend. Grundsätzlich bietet das Operieren mit dem Da Vinci viele Vorteile für Patienten: Nur wenige kleine Hautschnitte sind notwendig, um den zu operierenden Bereich zu erreichen. Das reduziert die Schmerzen und das Risiko für Wundinfekte, was wiederum eine zügige Genesung des Patienten fördert“, erläutert der Leitende Oberarzt Dr. Hölzen.

„Ich freue mich über die enge Zusammenarbeit mit dem Team der Herner Chirurgischen Klinik. Der regelmäßige Austausch ermöglicht eine fortlaufende Verbesserung und Optimierung der Behandlung von Patienten“, fügt der Niederländer Prof. Broeders abschließend hinzu.

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