Wir können Gesundheit

Digitalisierung im Gesundheitswesen rasch umsetzen

Techniker Krankenkasse am 02.12.15

Am 3. Dezember 2015 wird der Bundestag über das E-Health-Gesetz abstimmen. Es soll zum 1. Januar 2016 in Kraft treten und die Rahmenbedingungen für ein digitalisiertes Gesundheitswesen schaffen. Im Mittelpunkt steht die Einführung der Telematik-Infrastruktur, mit der zunächst die IT-Systeme von Arztpraxen, Apotheken, Krankenhäusern und Krankenkassen vernetzt werden. „Schon heute entwickelt sich die Technik viel rasanter als der gesetzliche Rahmen. Die Telematik erlaubt den schnellen Austausch von Informationen im Gesundheitswesen und muss möglichst rasch flächendeckend umgesetzt werden“, fordert Günter van Aalst, Leiter der Landesvertretung der Techniker Krankenkasse (TK) in Nordrhein-Westfalen (NRW).

Das Gesetz ist aus Sicht der TK ein erster wichtiger Schritt zur Digitalisierung der Medizin. Die Telematik-Infrastruktur wird künftig eine wichtige „Datenautobahn“ sein, über die digitale Anwendungen ermöglicht werden. Befunde, Diagnosen und Rezepte werden zwar schon heute überwiegend elektronisch erstellt, aber oftmals noch analog weitergegeben. „Das bindet Zeit und Geld – Ressourcen, die an anderer Stelle wesentlich besser für die Patienten verwendet werden können“, sagt van Aalst.

„Die Digitalisierung im Gesundheitswesen ist der Schlüssel für die Lösung vieler Probleme – von der Bürokratie über Versorgungsengpässe in ländlichen Gebieten bis hin zu der oft fehlenden Möglichkeit, schnell eine Zweitmeinung einholen zu können“, erklärt van Aalst. Positiv sehe die TK auch die Einführung eines standardisierten Medikationsplans für Versicherte, die mindestens drei verordnete Arzneimittel einnehmen. Kritik übt die TK aber an der geplanten Papierform. „Ein Medikationsplan in elektronischer Form wäre zielführender“, betont van Aalst.

Eine forsa-Umfrage unter den TK-Versicherten belegt, dass Menschen aller Altersgruppen der Digitalisierung im Gesundheitswesen offen gegenüber stehen. Schon heute möchten Patienten gern online Termine vereinbaren, Messwerte elektronisch an die Arztpraxis übermitteln oder Rezepte online erhalten. Drei Viertel der Befragten – auch die 60- bis 70-Jährigen – suchen nach Gesundheitsinformationen vorwiegend oder ausschließlich im Internet. Und mehr als jeder Zweite (52 Prozent) gibt an, dass er mit seinem Arzt via Internet in Kontakt treten möchte oder dies bereits so handhabt. In einem Positionspapier hat die TK in NRW Vorschläge für eine bessere Telematik-Infrastruktur im nordrhein-westfälischen Gesundheitswesen formuliert.

IT im Gesundheitswesen

MedEcon Ruhr © 2017

Wir können Gesundheit
MedEcon Ruhr