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Medizinischer Kinderschutz

Regionaler Verbund tritt beim Innovationsfonds an

MedEcon Ruhr – Intern am 18.06.18

Der Kinderschutz gehört zu den herausragenden Themen der Initiative GESUND AUFWACHSEN IM REVIER! Schließlich stellt er eine wachsende Herausforderung dar, was sich vor allem in der zunehmenden Zahl von erfassten Gefährdungsfällen zeigt. Im Jahr 2016 haben die Jugendämter in Deutschland bei stark steigender Tendenz 136.900 Gefährdungseinschätzungen vorgenommen. Davon konnte in 21.600 Fällen Kindeswohlgefährdung belegt, in 24.200 Fällen zumindest nicht ausgeschlossen werden.

Nicht detektierte bzw. durch die Hilfesysteme aufgefangene Kinderschutzfälle ziehen weitreichende Folgen nach sich, insbesondere in Form von gehäuft auftretenden Beeinträchtigungen der körperlichen (akute wie auch langfristige Folgeschäden), der kognitiven sowie der sozial-emotionalen Entwicklung (Bindungsstörungen, psychische und psychiatrische Störungen wie Ängste, Depressionen, o. ä.). Beim Kinderschutz geht es insofern auch und gerade um eine Prävention chronischer Störungen und Krankheiten (und damit verbundener Probleme und Kosten).

Während der Kinderschutzauftrag bei den Jugendämtern liegt, kann von Seiten der Medizin ein wichtiger Beitrag zur Erkennung von Kindeswohlgefährdungen, zur Überleitung in das Jugendhilfesystem sowie bei der Beratung der Jugendämter geleistet werden. Doch der medizinische Kinderschutz ist für eine Kooperationspartnerschaft mit der Jugendhilfe bislang nicht aufgestellt. Es fehlt vor allem an flächendeckend einheitlichen Regelwerken, strukturierten Prozessen und tragfähigen Vergütungsmechanismen. Hierbei ist in Rechnung zu stellen, dass sich eine derartige Partnerschaft an den Schnittstellen zwischen zwei Systemen erweisen muss, die unterschiedlichen Sozialgesetzbüchern unterliegen.

Angeregt und aufgefordert durch die Vertreter der Kinder- und Jugendkliniken in der Region machte sich MedEcon Ruhr im Frühjahr 2017 gemeinsam mit der Techniker Krankenkasse daran, ein Konzept für die Stärkung des medizinischen Kinderschutzes im Rahmen einer sektorenübergreifenden Kooperation zu erarbeiten. Damit verbunden entwickelte sich nach und nach ein Konsortium aus neun Krankenhäusern, dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), der Deutschen Gesellschaft für Kinderschutz in der Medizin (DGKiM) und drei Krankenkassen. Hinzu kamen Vertreter der Rechtsmedizin, der medizinischen IT und der Versorgungsforschung. Dieses Konsortium reichte unter der Führung von MedEcon Ruhr im März 2018 einen entsprechenden Antrag mit dem Titel „Medizinischer KinderSchutz im Ruhrgebiet – Einrichtungsübergreifende Zusammenarbeit zur verbesserten Detektion und Versorgung bei Kindeswohlgefährdung (MeKidS.best)“ beim Innovationsfonds ein. Eine Entscheidung wird im Herbst 2018 erwartet.

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