Wir können Gesundheit

Endoskopieren, wo andere bereits operieren

St. Franziskus-Stiftung Münster am 20.07.18

Dr. Theodor Heuer, hier bei einer Magenspiegelung, sieht viele Vorteile durch die Möglichkeit der therapeutischen Ensoskopie.

Das kennt man aus vielen Berichten: soll ein Magen oder Darm operiert werden, wurde zunächst gespiegelt – endoskopiert, wie die Fachleute sagen – danach operiert. Das hatte auch am St. Bernhard-Hospital seit vielen Jahren Tradition. Hier wurden die sogenannten Hohlorgane mit modernster Technik untersucht.

„Mittlerweile verschwimmen die Grenzen immer mehr, denn wir sind heute in der Lage, eine therapeutische Endoskopie durchzuführen“, berichtet Dr. Theodor Heuer, Chefarzt der Klinik für Gastroenterologie, Interventionelle Endoskopie, Onkologie und Palliativmedizin am Lintforter Haus. Der Vorteil: Mit den Möglichkeiten, die die Spiegelung mittlerweile bietet, kann Patienten eine Operation in nicht wenigen Fällen erspart bleiben.

Theodor Heuer berichtet von einem Patienten mit einem noch kleinen Krebstumor im Dickdarm. „Wir haben den kompletten Tumor endoskopisch herausgeschnitten und die Darmwand sofort mit einem Metallclip wieder verschlossen.“ Für den Patienten fühlt sich dieser Eingriff wie eine Darmspiegelung an. „Aber dadurch konnten wir auf eine „echte“ Operation verzichten, was der Patient natürlich sehr zu schätzen wusste.“

Die Möglichkeit, endoskopisch einzugreifen, eignet sich auch für andere Erkrankungen, wie beispielsweise Bauchspeicheldrüsen-Entzündungen. Im Rahmen dieser Entzündung kann es in seltenen Fällen zu lebensbedrohlichen Verläufen kommen. Diese waren dann meist nur durch die operative Entfernung des Entzündungsherdes beherrschbar. Verbunden damit waren dann oft lange Krankenhausaufenthalte. Alternativ kann heute der Entzündungsherd mittels Magenspiegelung und einem speziellen Ultraschallverfahren endoskopisch behandelt werden. Mit der Kombination dieser beiden Verfahren eröffnet man die Magenwand von innen und stellt dann eine Verbindung zum Entzündungsherd in der Bauspeicheldrüse her, in die ein spezielles Drahtgeflecht eingelegt wird. Darüber kann der Eiter abfließen und die Fachärzte können mit einem speziellen Endoskop das entzündete Gewebe einsehen und entfernen.

„Natürlich besprechen wir diese Möglichkeit vorab sowohl mit den Chirurgen als auch mit dem Patienten. Erst wenn beide unserer Empfehlung folgen, nutzen wir diese Behandlungsweise“, betont Theodor Heuer.

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