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Praxis mit Pipette statt Schulbuch

Wie man Zellkulturen züchtet und Erbgut vervielfältigt

Universität Witten/Herdecke am 09.04.19


Am europaweiten UniStem Day, der im März an 99 Universitäten aus 15 Ländern stattfand, hat sich die Universität Witten/Herdecke (UW/H) auch in diesem Jahr wieder beteiligt. Der Tag wurde deutschlandweit vom Deutschen Stammzellnetzwerk und lokal für NRW vom Stammzellnetzwerk.NRW organisiert. Dafür öffnete die UW/H ihre Türen für interessierte Oberstufenschülerinnen und -schüler, die sich nicht nur über den aktuellen Stand der Stammzellforschung informieren, sondern auch einen Einblick in den Laboralltag gewinnen wollten.

Gemeinsam mit seinem Team hatte Prof. Dr. Thomas Dittmar ein Programm erarbeitet, dass es den Schülerinnen und Schülern ermöglichte, bestimmte Methoden, wie sie auch in der Stammzellforschung Anwendung finden, selbst durchzuführen. „Leider ist es so, dass bestimmte Themen und Methoden, wie zum Beispiel PCR oder DNA-Gelelektrophorese, an Schulen häufig nur theoretisch unterrichtet werden können, da entsprechende apparative und räumliche Kapazitäten nicht vorhanden sind“, erläutert der kommissarische Leiter des Instituts für Immunologie an der UW/H. „Für uns war es daher sehr wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler praktisch arbeiten und selbst mal eine Pipette in der Hand halten konnten, um so einen kleinen Eindruck in die Laborwelt zu bekommen und im wahrsten Sinne des Wortes begreifen, was sie machen und was am Ende dabei herauskommt.“

Insgesamt zwölf Schülerinnen und Schüler eines Biologie-Leistungskurs (13. Jahrgangsstufe) der Gesamtschule Hagen-Eilpe sowie drei von anderen Hagener Schulen kamen am Freitag nach Witten und verlebten einen ereignisreichen Tag. Neben der PCR, Restriktionsanalyse und DNA-Gelelektrophorese wurde auch die Zellkultur angeboten, was mit großer Begeisterung aufgenommen wurde. „Der UniStem Day war eine hervorragende Abwechslung und willkommene Ergänzung zum theoretischen Unterricht. Zudem hatte man immer eine kompetente und wissende Fachkraft an seiner Seite, die einem immer alles super erklärt hat“, fand Rebecca (19). „Der UniStem Day an der Uni Witten/Herdecke hat mir persönlich besonders gut gefallen. Der Besuch im Stammzellinstitut hat mir einen kleinen, aber ausführlichen Einblick in die Laborarbeit gegeben“, sagte Florian (18). Stephanie, ebenfalls 18 Jahre alt, fand: „Der UniStem Day war eine tolle Erfahrung, es war super lehrreich. Man konnte das theoretisch vorher Gelernte praktisch umsetzen und anwenden. Somit fällt es nun einfacher, das Gelernte zu verstehen. Es war ein spannender und erfolgreicher Tag.“

Eine Neuauflage an der UW/H für das kommende Jahr ist bereits geplant. Zudem nutzten einige Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, sich vor Ort über ein Studium der Humanmedizin an der Universität Witten/Herdecke zu informieren.

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