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Bewusste Entscheidung zur Organspende

Klinikum Westfalen – Knappschaftskrankenhaus Dortmund am 24.05.19

Für eine bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende warb Dr. Daniel Oswald, Leitender Oberarzt in der Anästhesiologie und Intensivmedizin und Transplantationsbeauftragter am Knappschaftskrankenhaus Dortmund im Rahmen der Vortragsreihe Medizin Aktuell.

Für eine bewusste Auseinandersetzung mit dem Thema Organspende warb Dr. Daniel Oswald, Leitender Oberarzt in der Anästhesiologie und Intensivmedizin und Transplantationsbeauftragter am Knappschaftskrankenhaus Dortmund im Rahmen der Vortragsreihe Medizin Aktuell. Auch wenn man sich gegen eine Organspende entscheide helfe die entsprechende Kennzeichnung im mitgeführten Zusatzausweis, um Ärzten Klarheit zu geben und die eigenen Angehörigen zu entlasten.

Dr. Oswald schilderte in seinem Vortrag auch, dass Bereitschaft zur Organspende Leben retten kann. Aktuell reiche die Organspendebereitschaft bei weitem nicht aus, um allen Menschen zu helfen, die darauf angewiesen sind. Etwa 10.000 Menschen stehen in Deutschland auf der Warteliste für ein Spenderorgan. 2018 gab es bundesweit knapp 1000 Organspenderinnen und Organspender.

Wie sehr aktuell viele Menschen bei diesem Thema verunsichert sind, zeigten Nachfragen von Besuchern des Vortragsabends im Knappschaftskrankenhaus. Eine Weitergabe von Organen gegen Bezahlung – ein Handel mit Organen – sei in Deutschland ausgeschlossen, stellte Dr. Oswald klar. Er zeigte sich auch überzeugt von der Diagnostik, die einer Entnahme von Organen vorausgeht. Zwei unabhängige Mediziner mit besonderer fachlicher Eignung, die beide nicht an einer dann folgenden Organentnahme und anschließenden Transplantation beteiligt sein dürfen, müssen mit festgelegtem Zeitabstand oder entsprechender Zusatzdiagnostik den kompletten und nicht rückgängig zu machenden Ausfall aller Hirnfunktionen bestätigen. Auch bei der Eignung eines Empfängers ist ein stricktes Prozedere vorgeschrieben. Mit der Deutschen Stiftung Organspende und dem innereuropäischen Zusammenschluss Eurotransplant (11 Länder sind hier beteiligt) stehe ein verlässlicher Vermittlungspartner zur Verfügung.

Das Spender-Alter stünde einer Organspende nicht entgegen, so Dr. Oswald auf Nachfrage. Dennoch komme nur bei wenigen Todesfällen eine Organspende in Betracht. Es muss tatsächlich der sogenannte Hirntod eintreten und eine entsprechende Intensivtherapie müsse durchgeführt werden, um den Organerhalt möglich zu machen.

Dr. Oswald informierte auch über die politische Initiative, vom aktuellen Zustimmungsverfahren zu einem Widerspruchsverfahren zu wechseln, wie es in vielen anderen Ländern bereits durchgeführt ist. Dr. Oswald riet dazu, schon jetzt die persönliche Entscheidung zu treffen und schriftlich zu fixieren. Bei Urlaubsreisen gelte jeweils das dort festgesetzt Verfahren, unabhängig von der eigenen Nationalität. Wer dem nicht widerspreche, zum Beispiel mit einem Organspendeausweis oder einer anderen schriftlich mitgeführten Willensäußerung in der jeweiligen Landessprache, der sei schon jetzt zum Beispiel in Spanien Organspender.

Egal wie man sich letztlich entscheide, die Auseinandersetzung mit dieser Frage mache in jedem Fall Sinn, ist Dr. Oswald überzeugt. Auch in einer Patientenverfügung könne dann genau differenziert werden, welche Maßnahmen auch im Hinblick auf eine eventuelle Organspende gewollt sind, oder nicht.

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