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Gynäkologische Krebserkrankungen und ihre Vorstufen

Moderne Diagnose- und Therapiemethoden

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 13.03.20

Prof. Dr. Clemens Tempfer (r.), Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Marien Hospital Herne und Dr. Sadia Rehman (l.), Assistenzärztin, informierten über aktuelle Verfahren in der Behandlung von Dysplasie.
Prof. Dr. Clemens Tempfer, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, lud am vergangenem Freitag zur Fortbildungsveranstaltung ein. Der Direktor und sein Team informierten über moderne Diagnosemethoden und neuste Behandlungsverfahren bei gynäkologischen Krebsvorstufen und Krebserkrankungen.

Gynäkologische Krebserkrankung und deren Vorstufe, die sogenannte Dysplasie, wird häufig durch Humane Papillomaviren ausgelöst. Das Humane Papillomavirus ist besonders bei jungen Frauen stark verbreitet. Übertragen wird der Erreger vor allem bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Normalerweise verursacht eine Dysplasie keine Beschwerden, sie wird meist bei gynäkologischen Vorsorgeuntersuchungen entdeckt. „Das Virus wird in der Regel nach einigen Monaten vom körpereigenen Immunsystem erfolgreich bekämpft. Gelingt dies jedoch nicht, können Zellveränderungen entstehen, die unbedingt weiter beobachtet werden sollten, da sich daraus im Laufe der Zeit bösartige Zellveränderungen oder eine Krebserkrankung entwickeln können“, so Klinikdirektor Prof. Tempfer.
Untersucht werden die Zellveränderungen beispielsweise mit einer Lupenbetrachtung des Gewebes, der sogenannten Kolposkopie. So kann die Oberflächenbeschaffenheit der einzelnen Organe mit bis zu 40-facher Vergrößerung dargestellt werden. Welche Kolposkopietechnik die besten Ergebnisse liefert, wurde im Rahmen der Veranstaltung erläutert. Im Bedarfsfall oder bei einem auffälligen Befund kann eine Biopsie durchgeführt werden. Dabei wird unter lokaler Betäubung eine ca. zwei Millimeter große Gewebeprobe entnommen, die dann im Labor weiter untersucht wird.

Die Behandlung von Dysplasie zielt darauf ab, die Entstehung von einer Krebserkrankung zu verhindern. Vor diesem Hintergrund wurde der medikamentöse Einsatz von Imiquimod zur Behandlung von bösartigen Zellveränderungen der weiblichen Geschlechtsorgane thematisiert. Studien deuten darauf hin, dass sich mithilfe von Imiquimod eine sehr leichte Formen von Dysplasie zurückbilden kann. Bei diesem Medikament handelt es sich um einen Wirkstoff mit tumorhemmender Wirkung, der die körpereigene spezifische Immunabwehr aktiviert.

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