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Multiple Sklerose: Krankheit mit vielen Gesichtern

radprax – Gesellschaft für Medizinische Versorgungszentren mbH am 08.05.20

Dr. Annette Failing

Weltweit leiden rund 2,5 Millionen Menschen unter Multipler Sklerose, davon sind etwa 70 Prozent Frauen. Die Entzündung ruft unterschiedlichste Symptome hervor, die oftmals schubförmig – also in zeitlichen Abständen – auftreten und in der Folge körperliche Einschränkungen verursachen. Anlässlich des Welt-MS-Tages am 30. Mai erklärt Dr. med. Annette Failing, Fachärztin für Radiologie und Neuroradiologie von radprax Münster, welche Behandlungsmethoden bei MS zum Einsatz kommen.

„In der Regel tritt MS bei Betroffenen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf. Obwohl keine eindeutigen Auslöser feststehen, begünstigen womöglich erbliche Faktoren sowie Umwelteinflüsse eine Fehlregulation des Immunsystems. Die Symptome fallen von Patient zu Patient unterschiedlich aus und verschwinden teilweise für mehrere Wochen, sodass Experten auch von einer ‚Krankheit mit vielen Gesichtern‘ sprechen. Einige Betroffene haben zum Beispiel das Gefühl, durch eine Milchglasscheibe zu sehen, während bei anderen Gefühlsstörungen in den Armen oder Beinen auftreten. Auch Kraftlosigkeit beim Gehen oder Stehen sowie eine undeutliche Aussprache können auf die chronische Nervenentzündung hindeuten. Eine Diagnose erfolgt oftmals mithilfe bildgebender Verfahren wie der Magnetresonanztomografie, kurz MRT. Dabei liefert das strahlungsfreie und hochauflösende Diagnosegerät Aufschluss über typische Entzündungsherde in Gehirn und Rückenmark, sodass sich Multiple Sklerose bereits im Frühstadium erkennen lässt. Die Behandlung von MS gliedert sich in verschiedene Teile: die verlaufsmodifizierende Therapie, die Schubbehandlung und die symptomatische Therapie. Im Fokus der verlaufsmodifizierenden Therapie steht, Schübe zu verhindern sowie ein weiteres Fortschreiten zu verlangsamen. Dazu kommen verschiedene Medikamente zum Einsatz. Bei der Schubbehandlung erhält der Betroffene im Falle eines akuten Erkrankungsschubs in der Regel drei bis fünf Tage lang eine hochdosierte Kortisoninfusion. Diese dämmt Entzündungsreaktionen ein und lässt die Beschwerden rasch wieder abklingen. Verschiedene Maßnahme der symptomatischen Therapie wie Ergotherapie, Sprechtraining oder Sporttherapie lindern die Symptome zusätzlich. Obwohl Multiple Sklerose einen tiefen Lebenseinschnitt bedeutet, tragen moderne Therapiemaßnahmen dazu bei, die Lebensqualität der Betroffenen relativ lange zu erhalten.“

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