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Ehemals Corona-Infizierte als Plasma-Spender gesucht

Therapie-Methode für schwerkranke Covid-19-Patienten

Klinikum Dortmund gGmbH am 23.11.20

Nicht nur die Symptome, sondern das Virus selbst bekämpfen: Ehemalige Covid-19-Patienten können denen helfen, die mit schwerwiegenden Krankheitsverläufen auf der Intensivstation liegen. Mit nur einer Plasma-Spende kann bereits eine komplette Antikörper-Therapie ermöglicht werden. Daher bittet das Klinikum Dortmund darum, dass sich alle, die eine Corona- Infektion durchgemacht und überstanden haben, in der hauseigenen Blut-spende (Alexanderstraße 6-10) melden. Voraussetzung: Die Infektion sollte bereits vier Wochen zurückliegen. „Auch umliegende Krankenhäuser haben bereits unsere Antikörper-Therapien für schwererkrankte Covid-19- Patienten erhalten“, sagt Dr. Anna-Maria Zuliani, Oberärztin im Institut für Transfusionsmedizin des Klinikums Dortmund.

Wenn Menschen eine schwere Virusinfektion überstehen, bildet ihr Immunsystem Antikörper, die sie für bestimmte Zeit vor einer erneuten Infektion mit dem gleichen Virus schützen. „Die Antikörper befinden sich speziell im Plasma, also im flüssigen Teil des Blutes“, so Dr. Zuliani. „Eine einzelne Spende umfasst etwa 750 ml Plasma. Daraus lassen sich bereits drei Therapie-Einheiten gewinnen, die Covid-19-Patienten dann als Transfusion an drei verschiedenen Tagen erhalten und die ihr Immunsystem darin unterstützen sollen, eine Resistenz aufzubauen.“ Die Plasma-Behandlung sei eine von mehreren Möglichkeiten, die man derzeit erforsche, so Dr. Zuliani. Es sei noch zu früh, um zu sagen, ob es sich dabei um ein verlässliches Heilmittel handele.

Erste Antikörper-Therapien haben bereits stattgefunden

Schon im April hatte die Blutspende des Klinikums einen ersten Aufruf dieser Art gestartet. So konnte bereits ein kleines Depot angelegt werden. „Das Infektions-geschehen in Dortmund war allerdings bis vor Kurzem so gering, dass es nicht viele Spender gab, die infrage kamen und auch nicht viele Patienten, die das Produkt anschließend erhalten haben. Jetzt ist die Situation eine andere“, so Dr. Zuliani. „Wir untersuchen natürlich vor der Freigabe das Plasma, wie wir es bei jeder anderen Spende auch tun, die bei uns getätigt wird. Zusätzlich suchen wir nach Antikörpern und machen einen Corona-Abstrich beim Spender. Diejenigen, die noch nicht genesen sind, kommen eventuell künftig als Spender infrage.“

Aufwandsentschädigung für alle Spender

Alle Plasma-Spender erhalten in der Alexanderstraße 6-10 eine Aufwandsentschädigung über 20 Euro. Eine nachgewiesene, auskurierte Covid-19-Infektion ist natürlich Voraussetzung. Spendefähig sind alle zwischen 18 und 60 Jahren (männliche Dauerspender bis zu 68 Jahre) ohne relevante Vorerkrankungen. Bei Frauen, die bereits schwanger waren (hierunter zählen auch Fehlgeburten) muss aus immunologischen Gründen eine zusätzliche Blutuntersuchung auf sogenannte HLA-/HNA-Antikörper durchgeführt werden.

Sie wollen helfen und kommen für eine Plasma-Spende infrage? Melden Sie sich gerne:
Tel. 0231 953 19620 oder per E-Mail an blutspende@klinikumdo.de.

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