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Anerkennung für serbische Pflegekräfte

Helios Universitätsklinikum Wuppertal am 10.12.20

Das Helios Universitätsklinikum Wuppertal beschäftigt seit 2018 examinierte Pflegekräfte aus Serbien. Neben der Arbeit lernen Sie intensiv Deutsch und absolvieren ein Anerkennungsverfahren mit Auflagen von der Bezirksregierung, eine Gleichwertigkeitsprüfung und einen Sprachtest bei der Medizinalaufsicht. Jetzt konnten die ersten acht von Ihnen die Erlangung sämtlicher Abschlüsse feiern.

Ein kleines Dankeschön überreichten Pflegedirektorin Simone Hyun (2. v. re.) und Personalreferentin Judith Stenzel (3. v. re.) den neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Serbien. (Foto: Helios)

Da in Serbien mehr Pflegekräfte ausgebildet werden, als später auf dem Arbeitsmarkt eine Stelle finden, hat das Unternehmen Helios sich bereits vor Jahren entschlossen, aufgrund der mit Deutschland vergleichbaren Pflegestandards in Serbien neue Mitarbeiter zu rekrutieren. Vor dem Umzug und in der neuen Heimat erhalten alle eine intensive Unterstützung bei den administrativen Aufgaben. Dafür ist in Wuppertal Judith Stenzel zuständig. „Wir helfen bei der Wohnungssuche, bei vielen wichtigen bürokratischen Fragen und beim Einleben in Wuppertal,“ erzählt die Personalreferentin. Gemeinsam mit den ersten Absolventen der Anerkennungskurse freut sie sich über die persönlichen Erfolge ihrer Schützlinge.

Der Weg zur Pflege-Fachkraft in Deutschland wird gut vorbereitet. „Wir haben bereits vor dem Umzug mit Deutschkursen angefangen,“ erzählt Darko Stevanović (28). Er selbst hatte bereits acht Jahre in der Pflege gearbeitet. Das Anerkennungsverfahren mit einer Abschlussprüfung durch Bezirksregierung und Gesundheitsamt bereiten er und seine Kollegen am Helios Bildungszentrum Wuppertal, direkt auf dem Klinikcampus, theoretisch vor, den Praxispart absolvieren sie auf den Stationen des Klinikums. Hinzu kommen die Fächer Psychiatrie und Ambulante Pflege, die in Partnereinrichtungen gelernt werden.

„Ganz schön stressig war die erste Zeit hier, aber auch schön, weil wir so viel Hilfe hatten“, blickt Marjan Petković zurück. „Wohnungssuche, Behördengänge und Anträge – das mussten wir zum Glück nicht alleine schaffen! Dadurch blieb uns Zeit, um die Stadt und die Gegend zu erkunden – ich liebe die Schwebebahn! – und erste Freundschaften zu knüpfen. Dafür möchten wir uns herzlich bei Frau Stenzel bedanken, die uns so viele Dinge abgenommen hat.“ Dankbar dafür ist auch Pflegedirektorin Simone Hyun: „Für uns ist neben der fachlichen Qualifizierung auch die soziale Integration ein wesentlicher Bestandteil für eine erfolgreiche Zusammenarbeit.“

Doch einfach ist es trotzdem nicht, die Heimat zu verlassen: „Ich habe meinen Mann monatelang nicht gesehen“, berichtet Ana Marić (26). Caca Mihajlović (41) hat bereits 20 Jahre Pflegeerfahrung von zu Hause mitgebracht und sieht große Unterschiede in der Pflegearbeit: „Wir Pflegende haben in Serbien viel mehr Aufgaben – auch Arztaufgaben – zu erledigen, wie etwa Medikamente verordnen und dann auch selbst in der Apotheke holen, wir machen aber auch vieles, was hier die Pflegehelfer übernehmen, zum Beispiel Patienten zu Untersuchungen bringen und ähnliches. Was ich hier besonders toll finde? Es gibt so viele moderne Geräte, wir haben alles, was wir brauchen, um den Patienten zu helfen!“

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