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1 Jahr Covid-19: So hat sich der Alltag im Elisabeth-Krankenhaus Essen verändert

Contilia am 15.03.21

Vor einem Jahr, am Freitag, den 13. März 2020, erreichte ein Brief des Bundesgesundheitsministers die Krankenhäuser und somit auch das Elisabeth-Krankenhaus Essen: Es war ein erster Wendepunkt in der Pandemie – alle planbaren Operationen sollten abgesagt werden, möglichst viele Betten frei bleiben für die vielen Covid-Patienten, die mit der ersten Welle erwartet wurden. Nach einem Jahr wirft das Elisabeth-Krankenhaus einen Blick zurück – wie hat sich der Klinikalltag durch Corona verändert?

Corona hat wohl kaum ein Arbeitsumfeld mehr verändert, als das der Krankenhäuser. Von der Reinigungskraft über die Haustechnik, das Lager, die Patientenaufnahme, die Zentrale Notaufnahme, sowie sämtliche Ärzte und Ärztinnen und natürlich die Pflegekräfte nahezu aller Stationen: Sie alle haben im vergangenen Jahr große Veränderungen unter Pandemiebedingungen durchgemacht – viele arbeiteten monatelang oder arbeiten nach wie vor unter erschwerten Bedingungen. In einem Film hat das Krankenhaus die verschiedenen Eindrücke seiner Mitarbeiter:innen gesammelt.

Wie erinnern sich die Mitarbeiter:innen an die Anfänge der Pandemie? Wie genau hat sich eigentlich der Klinikalltag jedes Einzelnen verändert? Denn ohne Vollmontur können viele Ärzte und Ärztinnen sowie die Pfleger:innen nicht mehr in Kontakt mit ihren(möglicherweise) infektiösen Patient:innen treten. „Anfangs war ja nicht klar, ob wir schnell genug an genügend Schutzausrüstung gelangen – das hat einem schon Bauchschmerzen bereitet. Letztlich war diese Sorge unbegründet und wir konnten dank unseres Dienstgebers doch schnell genug auf die nötigen Schutzmaßnahmen zugreifen. Aber klar ist auch, bei der Arbeit in Vollmontur, also mit FFP2-Maske, Schutzkittel, Hauben, Face Shields und Handschuhen kommt man schneller ins Schwitzen“, so Michael Bönisch, stellvertretender Leiter der COVID-Intensivstation. Dies ist zweifelsohne eine körperliche Belastung, hinzukommt bei vielen die andauernde Ungewissheit, wie es weitergeht.

An der Patientenaufnahme steht das Telefon seit Monaten nicht mehr still: Angehörige, die wissen wollen, wie es ihren Liebsten geht, die sie nicht besuchen dürfen. Einige fragen, ob sie sich im Krankenhaus testen lassen können und wann man sich überhaupt testen sollte. Eine stolze Zahl von 20.000 Gepäckstücken hat die Patientenaufnahme seit Juni 2020 in und aus dem Krankenhaus transportiert – denn diese Aufgabe kann aufgrund des Besuchsverbots nicht mehr von den Angehörigen übernommen werden. „Wenn ein 80 Jahre alter Mann, der in seinem Leben nur wenig Zeit ohne seine Frau verbracht hat, plötzlich allein im Krankenhaus bleiben muss – das tut einem dann schon leid“, erzählt Nadine Marchetti, Leiterin der Patientenaufnahme. Trotz der vielen neuen Aufgaben, hätte sich das Team der Patientenaufnahme schnell zurechtgefunden und die nötigen Strukturen geschaffen. „Auch wenn uns Corona wohl noch eine Weile erhalten bleibt, ist unser Team weiterhin für die Patienten und Ihre Angehörigen da, mit allem, was wir von unserer Seite aus tun können.“

Doch auch die Mitarbeiter:innen ohne direkten Patientenkontakt mussten sich umstellen: So mussten ständig neue Hygienevorschriften des Robert-Koch-Institutes umgesetzt und die Reinigungskräfte dahingehend geschult werden. Vielerorts mussten in Büros und Anmeldungen Acrylwände als Spuckschutz installiert werden, Räume mussten neu angeordnet und Abstandsregeln eingehalten werden, so Thomas Sotnik, stellvertretender Leiter der Abteilung Haustechnik: „Es gab unheimlich viel zu tun und umzubauen, dann waren teilweise Materialien nicht leicht zu bekommen, aber am Ende haben wir immer Lösungen gefunden und da bin ich wirklich stolz drauf.“

Einen weiteren positiven Aspekt sprechen fast alle Mitarbeiter:innen an: So sei man in der Pandemie als Team viel stärker zusammengewachsen, sagt Julia Wessendorf aus der Prozessoptimierung, die das Impf- und Testzentrum gemeinsam mit einigen Kolleg:innen aufgebaut hat: „Wir haben gemerkt, was wir gemeinsam stemmen können und dass wir uns gegenseitig Ängste nehmen konnten. Das schweißt natürlich zusammen. Insofern fühlen wir uns gewappnet für eine dritte Welle – auch wenn wir natürlich alle hoffen, dass sie durch schnelles Impfen so gering wie möglich ausfällt.“

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