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Nachwuchspreis für Projekt „Kommunikation statt Kontrolle“

BGW – Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege am 31.03.21

Der BGW Nachwuchspreis geht an ein Azubi-Team aus Baden-Württemberg: Robert Unkauf, Mara Steinbrenner, Dagmar Peschel, Olimpia Tafelmaier, Silke Tiesis, Vasiliki Batsioki, Rodrigue Ngomeni Tchikankou, Pauline Schön und Viktoria Odukwe von der Diakonie- und Sozialstation Ludwigsburg. Das neunköpfige Team erhielt die Auszeichnung für das Projekt „Kommunikation statt Kontrolle“. Mit dem Konzept gegen psychische Belastung bei der Arbeit überzeugten sie die Jury der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW).

Gegen den Arbeitsfrust

Die Auszubildenden haben sich zum Ziel gesetzt, ein häufig auftretendes Problem zu bekämpfen: Frust am Arbeitsplatz. „Damit es erst gar nicht zum Arbeitsausfall kommt, wollten wir bereits den Beginn des aufkommenden Arbeitsfrustes erkennen und diesem aktiv entgegenwirken“, so beschreiben die Auszubildenden selbst ihr Projekt.

Ihre Strategie: Eine gute Gesprächskultur im Team herstellen und Kommunikation untereinander fördern. Dazu wurden klare Regeln für die Kommunikation untereinander aufgestellt mit der Möglichkeit, auch schwierige Themen zur Sprache zu bringen. Zu den für den Nachwuchspreis eingereichten Materialien gehörten ein Plakat mit Beispielen destruktiven Verhaltens und konstruktiver Vorsätze sowie eine „Meckerbox“. Mit der Aufforderung „Vergeude Deine Energie nicht mit Meckern, sondern kämpfe mit voller Kraft für die Veränderung“ werden darin Hinweise gesammelt und dann angesprochen. Beides hatten die Auszubildenden vier Wochen lang im Unternehmen getestet. „Der Probelauf war sehr erfolgreich und führte zu guten Ergebnissen“, berichten sie. Außerdem sei das Projekt eine gute teambildende Maßnahme.

Praxisnah und umsetzbar

Der Jury der BGW gefiel besonders die Praxisnähe und Umsetzbarkeit des Projektes. Die Gewinneridee sei ganz im Sinne des Wettbewerbs, so das Jurymitglied und BGW-Präventionsexperte Dr. Sascha Schmidt: „Die Auszubildenden haben eine Chance zur Verbesserung der psychischen Belastungssituation gesehen, nachgedacht und gemacht – und gleich ausprobiert.“ Auch Jurymitglied Dr. Herbert Deppisch gefiel die Anpackermentalität der Azubis: „Praktisch, leicht umsetzbar im eigenen und auch in anderen Betrieben“, so seine Bewertung.

Damit hat das Gewinnerteam die Aufgabe des Nachwuchspreises gut erfüllt, denn gefragt sind innovative Lösungen zu Themen, die den Pflegenachwuchs beschäftigen. Das verdeutlicht auch Dr. Deppisch: „Das Projekt bringt Best Practice in der eigenen, eindringlichen Sprache der jungen Menschen mit deren besonderen Erfahrungen zu Berufsbeginn auf die Tagesordnung.“ Die Auszubildenden haben die Unterstützung der Unternehmensleitung und die Arbeitgeber-Perspektive wird einbezogen. „Gutes Arbeitsklima ist Chefaufgabe. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber sorgen durch geeignete Maßnahmen dafür. Die Preisträger und -trägerinnen liefern mit dem Thema Stressabbau und Vermeidung von Belastungssituationen einen wichtigen Beitrag“, so Jurymitglied Rudolf Reisbeck.

Vielfältige Beiträge

Auch die weiteren Einsendungen für den Nachwuchspreis 2021 boten spannende Ideen und gute Beispiele für einen gelungenen Praxistransfer von Azubis der Pflege. Die vierte Runde des Wettbewerbs ist für 2023 geplant. Gesucht werden dann wieder Vorschläge, wie gesundes Arbeiten in der Pflege besser geht – ganz nach dem Motto: „Gut gedacht. Gut gemacht. Gut gepflegt.“ Der Nachwuchspreis richtet sich an Auszubildende aus der stationären und ambulanten Pflege. Gesucht werden kreative Ideen für sicheres und gesundes Arbeiten in der Pflege. Seit 2016 stiftet die BGW den Nachwuchspreis im Rahmen des Deutschen Pflegepreises.

Weitere Informationen unter: www.bgw-online.de/nachwuchspreis

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