Wir können Gesundheit

Großprojekt auf der Zielgraden

Helios Klinik zieht Ende Juni in Neubau um

HELIOS Klinikum Duisburg am 08.06.21

Aufgrund zahlreicher Wasserschäden musste das Helios Klinikum Duisburg den für Januar geplanten Umzug in den Neubau am Standort St. Johannes um mehrere Monate schieben. Nun scheint aber ein helles Licht am Ende des „trockengelegten“ Tunnels: In der letzten Juniwoche werden die ersten Kisten und Teams ins neue Gebäude wechseln.

Aufgrund zahlreicher Wasserschäden musste das Helios Klinikum Duisburg den für Januar geplanten Umzug in den Neubau am Standort St. Johannes um mehrere Monate schieben. Nun scheint aber ein helles Licht am Ende des „trockengelegten“ Tunnels: In der letzten Juniwoche werden die ersten Kisten und Teams ins neue Gebäude wechseln.

Thilo Semisch ist die Erleichterung, aber auch die Erschöpfung der letzten Monate anzumerken: „Ich kann im wahrsten Sinne des Wortes kein Wasser mehr sehen“, gibt der Projektleiter der Baustelle an der Helios St. Johannes Klinik offen zu und schwankt dabei zwischen Lächeln und Grimasse. Vom kühlen Nass gab es hier seit Januar reichlich, nicht nur aus den Wolken, sondern auch dort, wo es nun gar nicht hingehört: Im Inneren des riesigen Klinikneubaus an der Dieselstraße. Aufgrund mehrerer Wasserschäden verzögerte sich der für Anfang des Jahres schon geplante Umzug um ein gutes halbes Jahr, ganze Etagen brauchten neue Böden, schwere Medizintechnik musste wieder abgebaut werden. Für alle Beteiligten des Projektes ein Kraftakt und ein Geduldsspiel, auch für Klinikgeschäftsführer Birger Meßthaler: „Es war schon schwer, jeden Tag vom Parkhaus aus am Neubau vorbei ins Büro zu gehen, wohlwissend, dass es noch dauern wird, bis wir dieses tolle Gebäude endlich nutzen können.“

Doch jetzt ist der Umzug zum Greifen nah und die Logistik für das Großprojekt läuft bereits an: In gut drei Wochen ab dem 28. Juni soll der Neubau innerhalb von rund vier Tagen in Betrieb gehen. Die Kisten werden bereits gepackt, das Umzugshandbuch gibt auf rund 15 Seiten Anleitung, welche Dinge wie transportiert werden, denn im laufenden Betrieb eine Klinik umzuziehen, ist extrem anspruchsvoll. Vor allem der Umzug der Patienten, unter anderem von der Intensivstation, muss akribisch geplant werden. Während ein Team die alte Intensivstation betreut, bereitet ein zweites die neue Station vor. Dann verlegen speziell geschulte Logistikmitarbeiter unter Begleitung von medizinischem Personal nach und nach die Patienten. Rund eine Stunde dauert das in Summe pro Patient, wenn er auf Beatmung und weitere Medizintechnik angewiesen ist. Bei Patienten auf den Normalstationen ist es etwas einfacher, sie werden im Bett, mit dem Rollstuhl oder, wer möchte, zu Fuß in den Neubau gebracht. Auch für Möbel, Medikamente oder Computer gibt es spezielle Regelungen.

Das 120 Millionen Euro teure Gebäude am Standort St. Johannes hat hier zum Glück einen entscheidenden Vorteil: Über eine Magistrale sind beide Teile – alt und neu – miteinander verbunden, so dass das Wetter als möglicher Störfaktor keine Rolle spielt. Wie aber behält man bei so vielen Beteiligten, Gegenständen und Räumen den Überblick. „Unsere wichtigsten Werkzeuge beim Umzug sind Helfer, Kartons und Etiketten. Die Kisten und anderes wird in verschiedenen Farben gekennzeichnet, damit wirklich jeder weiß, wo was hingehört und es kein Chaos gibt“, lächelt Caroline Korioth, Pflegedirektorin und Hauptverantwortliche für diese logistische Herausforderung. Sie weiß, wovon sie spricht, denn 2017 zog sie bereits mit dem zweiten HKD-Standort, der Helios Marien Klinik, vom Altbestand in einen Neubau um. Und auch, wenn das St. Johannes noch einmal deutlich größer und die Aktion und erforderliche Planung entsprechend umfangreicher ist, die Vorfreude ist riesig: „Moderne Räume, frische helle Farben, kurze Wege – ich spreche glaube ich für alle Mitarbeiter, wenn ich sage, dass wir es kaum erwarten können.“

Und auch im Altbestand werden die Karten noch einmal neu gemischt. Denn die Kinderklinik, sowie die Geburtshilfe und die Dermatologie verbleiben dort, ziehen aber zum Teil in bereits sanierte Bereiche um. Der leergezogene Teil des Altbaus wird dann in den kommenden Jahren aufwändig saniert, bis irgendwann das gesamte Klinikum modernisiert ist.

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