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Studie: Akzeptanz von Videosprechstunden bei Rheumapatienten und Fachärzten

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 10.09.21

Gerade in Zeiten der Pandemie hat das Thema Telemedizin an Relevanz gewonnen. Für Ärzte spielt insbesondere die Videosprechstunde als Alternative zur ambulanten persönlichen Sprechstunde vor Ort eine wichtige Rolle. Doch sind die Patienten an dem digitalen Format interessiert? Und bei welchen Patienten erachten die behandelnden Ärzte die Videosprechstunde als sinnvoll? Mit diesen Fragen beschäftigten sich Prof. Dr. Xenofon Baraliakos, Ärztlicher Direktor des Rheumazentrum Ruhrgebiet sowie weitere Fachärzte. Sie führten im Rahmen einer Publikation eine Befragung bei Patienten und Kollegen durch.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass eine Videosprechstunde in der rheumatologischen Versorgung ein wichtiger Schritt in Richtung digitale Zukunft ist. Die Durchführung einer Videosprechstunde ist jedoch abhängig vom Krankheitsbild und der Teilnahmebereitschaft des Patienten.

Grundvoraussetzungen sind bei vielen Patienten vorhanden

176 der insgesamt 232 befragten Patienten waren über die Möglichkeit, dass eine Videosprechstunde vom Rheumazentrum Ruhrgebiet angeboten wird, informiert und 166 gaben an, dass sie über die nötigen technischen Kenntnisse verfügen. 131 der Befragten wären dazu bereit, an einer Videosprechstunde teilzunehmen, dies entspricht rund 56% der Gesamtteilnehmer. Bei der Auswertung ist insbesondere aufgefallen, dass die Teilnahmebereitschaft mit fortschreitendem Alter der Patienten abnimmt. Es wurden keine Unterschiede festgestellt zwischen Patienten, deren Rheumaerkrankung erst gerade diagnostiziert wurde und Patienten, deren Rheumaerkrankung bereits langjährig behandelt wird.

Zustand des Patienten entscheidend

Sechs ausgewählte Ärzte des Rheumazentrum Ruhrgebiet schätzten die Durchführung von Videosprechstunden bei den 232 befragten Patienten wie folgt ein: Bei 161 Patienten wäre eine Durchführung aus technischer Sicht und bei 127 aus medizinischer Sicht möglich. Bei Patienten, die sich unwohl fühlen oder Bewegungs- und Funktionseinschränkungen haben, wurde eine Videosprechstunde nicht für sinnvoll erachtet.

Rahmenbedingungen der Studie

Das Rheumazentrum Ruhrgebiet ist die größte deutsche Fachklinik für rheumatische Erkrankungen, 2019 gab es mehr als 25.000 Patientenkontakte. Im Mai 2021 füllten 232 Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sowie sechs Ärzte Fragebögen zum Thema Videosprechstunde aus. Neben Angaben zur Person und der Krankheitsgeschichte, wurden bei den Patienten Fragen zur technischen Voraussetzung sowie die Bereitschaft zur Teilnahme an Videosprechstunden gestellt. Bei den Ärzten wurde gefragt, ob sie die Durchführung von Videosprechstunden bei den genannten Patienten aus technischer und medizinischen Sicht für sinnvoll erachten.

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