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Lehr-Lern-Innovationen

Drei Auszeichnungen für Medizin-Lehre

Universität Duisburg-Essen am 18.02.22

Innovative Lehrformate entwickeln, neue Lehr-Lern-Konzepte erproben und das Lehrangebot erweitern und verbessern – das möchte die Universität Duisburg-Essen mit ihren Projektförderungen zur Weiterentwicklung von Studium und Lehre unterstützen. In diesem Jahr wurden zwölf Projekte gefördert, gleich drei davon an der Medizinischen Fakultät. Für die Kategorie „Lehre konkret“ sind zwei Projekte aus dem LVR-Klinikum Essen ausgewählt worden, eines aus der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters und eines aus der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie im Bereich der sogenannten Branching-Szenarien. Branching-Szenarien sind eine Art Quiz, das sich individuell an die Antworten der Lernenden und damit an ihren Lernfortschritt anpasst. In der Kategorie „Lehre digital“ wird ein Kompetenztraining, das ebenfalls mit solchen Branching-Szenarien arbeitet, am Institut für Humangenetik gefördert. Die Ausgezeichneten erhalten jeweils über 10.000 Euro, um die Lehrangebote umzusetzen.

PD Dr. med. Gertraud Gradl-Dietsch und Prof. Dr. med. Johannes Hebebrand erhalten mit ihrem Team aus der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters rund 11.000 Euro für das Projekt „Wer Wie Was Warum – Kinder- und Jugendpsychiatrie für Fortgeschrittene und Beginner“. Die Kinder- und Jugendpsychiatrie macht nur einen kleinen Teil der Lehre aus und ist deutschlandweit unterrepräsentiert. Das Lehrprojekt setzt direkt zu Beginn des Studiums an und soll wichtige klinische Kompetenzen und Grundlagen wissenschaftlich-analytischen und evidenzbasierten Handelns vermitteln. Der unterschiedliche Kenntnisstand der Studierenden aus Klinik und Vorklinik fördert zudem den Austausch und bietet den Teilnehmenden die Möglichkeit, voneinander zu lernen.

Ebenfalls in der Kategorie „Lehre konkret“ wird das Projekt „Branching-Szenarien – eine Alternative zu SchauspielpatientInnen?“ von Prof. Dr. med. Katja Kölkebeck und ihrem Team der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie mit rund 10.000 Euro gefördert. Ziel des Projekts ist es, Studierende besser auf praktische Prüfungsformen vorzubereiten und theoretisches Wissen auf einen simulierten Fall anzuwenden. Die hierfür genutzten Branching-Szenarien basieren auf einem virtuellen Dialog mit simulierten Interaktionspartner:innen, die je nach Antwortauswahl der Studierenden reagieren. Die Szenarien können modifiziert und durch neue Fragestellungen ergänzt werden. Für Frau Prof. Kölkebeck ist es bereits die zweite Förderung: 2020 wurde ihr Projekt „Kompetenzbasierte Prüfungen in der Psychiatrie mit Schauspielpatienteninteraktionen – wie kann ein gutes Gespräch bewertet werden?“ bereits in derselben Kategorie gefördert.
In der Förderlinie „Lehre digital“ erhält Prof. Dr. med. Dietmar Lohmann und sein Team vom Institut für Humangenetik 15.000 Euro für ihr Projekt „Kompetenztraining mit Branched Scenario e-Learning (KoBSeL)“. Das Institut hat während der vergangenen Semester bereits geeignete digitale Angebote zur Vermittlung der kognitiven Kompetenzen aufgebaut, die bei der Behandlung von Patient:innen mit genetisch bedingten Erkrankungen erforderlich sind. Auch hier sollen künftig branched scenarios (Branching-Szenarien) weiterentwickelt werden. Diese unterstützen den Aufbau von Übungen, die besser geeignet sind, die komplexen Anforderungen an ärztliches Verstehen und Handeln abzubilden. Dieses Lehrformat bietet die Chance, kognitive Problemlösungsfähigkeiten auch Fachübergreifend einzuüben.

Lehrende können sich mit neuen Projekte in der nächsten Ausschreibungsrunde ab Herbst 2022 bewerben. Neben der finanziellen Unterstützung steht den Ausgezeichneten auch ein Begleitprogramm zur Verfügung, in welchem sie sich mit Kolleg:innen und Expert:innen zu Lehrfragen austauschen können.

Infos zu den Förderlinien 2022: www.uni-due.de/zhqe/lehrlerninno2022
Übersicht alle Geförderten seit 2018: www.uni-due.de/zhqe/foerderprogr_lehr-lern-inno.ph

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