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Zum Tod von Professor Budde

Alfried Krupp Krankenhaus am 17. Mai 2022

Prof. Dr. med. Thomas Budde ist, nach langer Krankheit, am letzten Sonntag im Alfried Krupp Krankenhaus in Rüttenscheid verstorben. In tiefer Trauer nehmen die Mitarbeiter Abschied von einem auf Zukunft und Fortschritt orientierten Mediziner und einem großartigen Menschen.

Der Chefarzt der Klinik für Kardiologie, Elektrophysiologie, Nephrologie, Altersmedizin und Intensivmedizin und Ärztliche Direktor der Krankenhäuser starb im Alter von nur 65 Jahren. Ein erfülltes und intensiv geführtes Leben; und doch viel zu früh. Seinen Ruhestand Ende des Jahres hat er nicht mehr antreten können.

„Wir verlieren mit Professor Thomas Budde einen loyalen und verlässlichen Partner, der einen wesentlichen Anteil am Erfolg unserer Krankenhäuser hat. Mit seiner empathischen und humorvollen Art hat er mehr als eine Generation an Ärzten im Alfried Krupp Krankenhaus geprägt und war vielen Mitarbeitern ein Vorbild“, sagt Geschäftsführer Dr. med. Günther Flämig, „wir werden ihn schmerzlich vermissen“.

Über 27 Jahre lang hat Professor Budde die Geschicke seiner Klinik erfolgreich geführt, sie stark gemacht und als „echter Kruppianer“ dafür Sorge getragen, dass die Kruppschen Krankenhäuser über die Region hinaus Bedeutung haben. Er war ein Kommunikator, ein Mensch mit Werten und Moral, der es verstanden hat, Menschen zu binden und zusammenzuführen, Netzwerke aufzubauen und zu pflegen. Dabei ging es ihm weniger um den eigenen Vorteil, vielmehr lag sein Anspruch auf der optimalen Versorgung der Patienten.

Von Anfang an: Als kleiner Junge konnte er Alfried Krupp von Bohlen und Halbach in seinem anthrazitfarbenen 911er morgens am Elternhaus vorbeifahren sehen. Sehr beeindruckend für den gebürtigen Essener, für den seine Stadt immer auch Krupp war.

Während seines Abiturs am Helmholz-Gymnasium dachte er anfänglich über ein Studium in Richtung Betriebswirtschaft/ Jura nach, was sich nach einem Segeltörn mit zwei Medizinstudenten und den Gesprächen über ihr Studium änderte. Das könnte etwas für ihn sein. Als Gast besuchte er in Bochum eine Anatomievorlesung und arbeitete sechs Wochen für fünf Mark die Stunde als Nachtwache auf einer Intensivstation. „Wenn Du das stehst und dann immer noch willst“, hatte der Chefarzt der Klinik damals zu ihm gesagt, „dann mach es“. Ergebnis: Budde beschloss, Medizin zu studieren. Eine Entscheidung, die er nie bereut hat.

Sein Praktisches Jahr absolvierte der angehende Arzt in San Diego, Kalifornien in der Herzchirurgie. Die nächsten Stationen waren in der Kardiologie an den Universitätskliniken in Düsseldorf und Münster. Eine eigene Praxis hat Thomas Budde nie gesucht.

Mitte der 90er Jahre stellten sich die beruflichen Weichen des Mediziners bis zu seinem letzten Tag. In der Anzeige des Krupp Krankenhauses wurde ein „Allgemein Internistischer Chefarzt“ gesucht. Budde bewarb sich und bot dem Krankenhaus nicht allein einen Internisten, sondern einen Kardiologen. Das Bewerbungsgespräch drehte sich, unter Begleitung aller damaligen Chefärzte, um die Frage: Warum sollten wir Kardiologie machen? Budde überzeugte und nahm am 1. Januar 1995 seine Arbeit am Alfried Krupp Krankenhaus auf. Den Vertrag unterschrieb damals Berthold Beitz.

Als ausgewiesener Herzspezialist hat er im Laufe der Zeit eine Klinik aufgebaut, die viele Fachabteilungen führt. Die Kardiologie, die Gastroenterologie, die Intensivmedizin und später auch die Elektrophysiologie, die Nephrologie sowie die Altersmedizin. Dass die Onkologie am Alfried Krupp Krankenhaus etabliert wurde ist ebenfalls sein Verdienst. Ein ganz anderes Erfolgsmodell ist der „Check-Up für Manager“, der neben der medizinischen Kompetenz auf seinem ungebrochenen Interesse an Menschen und gelungener Kommunikation gründet.

Erfolgreich sei er gerade deshalb gewesen, weil er seine Mitarbeiter gestärkt, Spezialisten gefördert und seine Kompetenz geteilt habe. Sein Anspruch als Leiter der Klinik war es, gute Mitstreiter zu binden. Viele seiner Weggefährten waren bis zuletzt an seiner Seite. „Wenn ich etwas nicht kann“, hat er einmal gesagt, „dann suche ich einen starken Partner“.

In seinem Selbstverständnis als Ärztlicher Direktor war er nicht allein Ansprechpartner der Ärzte. Für Pflegende und alle anderen Mitarbeiter im Unternehmen war seine Tür immer geöffnet.

Im Teilen lag sein Erfolg für die Gemeinschaft.

Dies hat er nicht nur in seiner Klinik bewiesen. Über die Krankenhausgrenzen hinaus hat Thomas Budde, Menschen gewertschätzt, Kompetenzen erkannt und gebunden, Netzwerke gestärkt und Essen für Patienten interessant gemacht. Er wollte mitgestalten und nicht gestaltet werden.

Eingebunden und engagiert hat er sich unter anderem bei „Essen. Gesund. Vernetzt – Medizinische Gesellschaft e.V.“, der „Deutschen Herzstiftung“, im „Kuratorium der Kinderstiftung Essen“, war Gutachter der Ärztekammer, und als passionierter Segler bei der „DGzRS Die Seenotretter“. Neben der Medizin lag ihm Kultur am Herzen. Dem Folkwang Museum sehr verbunden, wurde er letztes Jahr in den Vorstand des Museumsvereins gewählt.

Seinen Nachfolger für die Klinik, Prof. Dr. med. Hagen Kälsch, hat Budde bereits vor einem Jahr eingeführt und dafür gesorgt, dass „sein Schiff“ ohne Stopp weitersegeln kann.

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