Wir können Gesundheit

Lernen im Kernkraftwerk

Tag der Patientensicherheit: Mitarbeitende des Elisabeth Krankenhauses Recklinghausen trainieren die sichere Kommunikation über Hierarchie-Ebenen hinaus

St. Franziskus-Stiftung Münster am 21.09.22

Das Team Eli schaut sich die vielen Schalter des nachgebauten Kern-kraftwerkes an.

Patientensicherheit ist uns im Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen ein enorm wichtiges Anliegen. Dafür braucht es eine gelebte Kommunikationskultur. Anlässlich des Welttags für Patientensicherheit am 17. September nahmen Mitarbeitende verschiedener Hierarchie- und Berufsgruppen an einem ganz besonderen Training zur Stärkung ihrer Kompetenzen bei EKu.SAFE in Essen teil.
Was hat der Kollege eben eigentlich genau gemeint? Welches Medikament soll der Patient bekommen? Manchmal sind es Kleinigkeiten in der Kommunikation, die zu Missverständnis-sen und am Ende sogar zu Fehlern führen. Das muss nicht sein, wie die Teilnehmer des Si-cherheitstrainings bei der EKu.SAFE in Essen gelernt haben. „Der konstruktive Umgang mit Fehlern ist ebenso wichtig wie ein hohes Verantwortungsbewusstsein und gegenseitige Wert-schätzung“, betont die Qualitätsmanagement-Beauftragte Sabine Reppin, die im Elisabeth Krankenhaus auch für das CIRS-System zur Meldung von Beinahe-Zwischenfällen verantwort-lich ist.
Verschiedene Übungen öffneten dem interdisziplinären Expertenteam aus dem Elisabeth Krankenhaus Recklinghausen die Augen. Das Besondere: Es werden keine Situationen aus dem Krankenhausalltag simuliert. In einer nachgebauten Schaltzentrale eines Kernkraftwer-kes bildet eine komplizierte Apparatur aus Rohrleitungen, Ventilen und anderen technischen Elementen die Grundlage für die Übungen. Das hat einen entscheidenden Vorteil: Durch das fachfremde Szenario haben alle Teilnehmenden den gleichen fachlichen Wissensstand. Das Zwischenmenschliche steht also im Mittelpunkt des Trainings.

Hier kommt es auf Teamwork und die richtige Kommunikation an: Dr. Boris Mönter und Anita Oestreich versuchen, Wasser aus dem Rohrsystem zu lassen.

„Die Verbesserung der Kommunikation trägt auf jeden Fall zur Minimierung von Fehlern bei“, ist sich Fabian Figger, verantwortlicher Arzt der Zentralen Notaufnahme, sicher. „In dem Trai-ning haben wir gelernt, unseren Fokus anders zu setzen, sich nicht zu sehr nur auf eine Sache zu konzentrieren, sondern auch die umliegenden Aspekte wahrzunehmen, das Blickfeld zu erweitern. Konkret wäre dies in unserem Arbeitsalltag, nicht nur auf das blutende Bein zu achten, sondern den Patienten ganzheitlich zu sehen, um so zum Beispiel eine Halbseiten-Lähmung nicht zu übersehen.“
Auch Gesundheits- und Krankenpflegerin Stephanie Kubicki nimmt für den Arbeitsalltag auf Station einige Anregungen mit in ihr Team: „Wir alle sollten unsere Art der Kommunikation überdenken und einfach viel stärker Dinge nicht als gegeben voraussetzen und zu hinterfra-gen, nachzufragen. Das heißt konkret: Verordnet der Arzt ein Medikament, wiederhole ich dies, um uns gegenseitig abzusichern.“ Auch noch einmal besonders auf den Rundumblick zu achten, schärfe den Sinn für Patientensicherheit, auch im Zimmer, „damit einem nichts durch-geht.“
Routine gehört sicherlich zum Arbeitsalltag. Es ist wichtig, sich auszukennen, sofort in Arbeits-abläufe einsteigen zu können und so eine Menge Zeit zu sparen. Doch zu viel Gewohnheit kann auch zur Gefahrenquelle werden. Deshalb ist es wichtig, aufmerksam zu bleiben, feh-lerminimierend zu arbeiten und hierarchieübergreifend offen zu kommunizieren.
„Wir streben eine nachhaltige Sicherheitskultur an. Dafür müssen wir Mitarbeitende interdis-ziplinär für achtsames, verantwortungsvolles Handeln sensibilisieren, um Gefährdungspoten-zial zu minimieren“, erklärt Dr. Boris Mönter, Oberarzt der Geriatrie/Neurologie und klini-scher Risikomanager. „Dieses Training soll unsere betrieblichen Prozesse optimieren.“ Da stimmt auch Kollege Fabian Figger zu: „Entsprechende Kommunikationsstrukturen können zu verbesserten Arbeitsabläufen beitragen und ein großes Plus für die Patientensicherheit sein.“

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