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Fatale Folgen für die Bürgerinnen und Bürger befürchtet

Geschäftsführung der KKRN Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH warnt vor Verschlechterung der medizinischen Versorgung durch die geplante Krankenhausreform

KKRN Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH am 15. Februar 2023

Fatale Folgen für die medizinische Versorgung im nördlichen Ruhrgebiet befürchtet Dr. Andreas Weigand, medizinischer Geschäftsführer der KKRN Katholisches Klinikum Ruhrgebiet Nord GmbH, wenn die geplante Krankenhausreform des Bundes mit der Brechstange umgesetzt wird. Nach den aktuellen Plänen der von Gesundheitsminister Lauterbach beauftragten Regierungskommission sollen deutsche Kliniken in fünf verschiedene Stufen eingeteilt werden. Diese Stufen entscheiden künftig über die Finanzierung der Kliniken und darüber, welche Leistungen sie überhaupt noch erbringen dürfen.

Fotocredit: Günter Schmidt

Die Krankenhäuser, die in einer der untersten beiden Stufen landen, dürften zukünftig nur noch eine Basisbehandlung und vielleicht eine Notfallversorgung erbringen. Geburten, Schlaganfallversorgung, Versorgung von Herzinfarktpatienten und Unfallchirurgie müssen nach den Kommissions-Plänen an einem von zukünftig sehr wenigen und vermutlich weit auseinanderliegenden Level-2-Standorten vorgenommen werden. „Sollten die vorgeschlagenen Maßnahmen eins zu eins umgesetzt werden, hätte das auch für alle Betriebsstätten unseres Verbundes sowie die weiteren Krankenhäuser in der Region Folgen.“ Die wenigen Level-2-Kliniken würden nicht in der Lage sein, alle neuen Patienten aufzunehmen, schon allein aus Kapazitätsgründen, befürchtet er.

„Es ist zudem nicht nachvollziehbar, mit einer Planung am Reißbrett der Kommission die medizinische Versorgung in der Fläche massiv auszudünnen, die Patienten durch die Gegend zu scheuchen, dem Rettungsdienst lange Wege zu bereiten und unser Pflegepersonal zum täglichen Pendeln zu zwingen“, warnt Guido Bunten, kaufmännischer Geschäftsführer der KKRN GmbH.

Wir haben viel in die Pflegeausbildung investiert – das soll künftig nur noch in Krankenhäusern der Stufe 2 möglich sein. „Solche Pläne sind wie ein Schlag ins Gesicht unserer Region, ein völlig falsches Signal in Zeiten des Fachkräftemangels“, sagt Dr. Weigand. Die erzwungene Reduzierung von Ausbildungsangeboten habe Auswirkungen auf die ambulante und stationäre Altenpflege und konterkariere die generalistische Pflegeausbildung.

Gemeinsam mit unseren Spitzenverbänden fordern wir, den Gestaltungsspielraum des Landes beizubehalten und zusätzliche Finanzmittel für den Investitionsbedarf, der bei der Reform in jedem Fall offensichtlich ist, bereitzustellen. Schon seit Monaten bereiten wir uns auf die Krankenhausplanung des Landes NRW vor. Diese würde durch das Vorhaben des Bundes völlig konterkariert werden. unterstreicht Guido Bunten. Hier in unserer Region hätte das weitreichende Konsequenzen für die aktuell sehr gute und flächendeckende Versorgung.

 

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