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Ausblick 2024: Schwaches Wachstum, starke Innovationen

Deutsche Apotheker- und Ärztebank am 12. Dezember 2023

Der Investmentstratege Alexander Chamier von der Apo Asset Management GmbH (apoAsset) wirft einen Blick auf das Börsenjahr 2024. Welche Entwicklungen werden die Märkte bewegen und neue Chancen eröffnen – vor allem im Gesundheitsmarkt?

Weltweit sind die Aussichten für das Wachstum gemischt. Ob es 2024 zu einer Rezession kommt, steht noch auf Messers Schneide. Während die USA mit robustem, aber rückläufigem Wachstum kämpfen, hält sich die Eurozone mit bescheidenem Wachstum über Wasser. In China gibt es zumindest Anzeichen einer Stabilisierung. Doch eine klare Erholung scheint ein ferner Traum. Das könnte den Gesundheitsmarkt 2024 wieder stärker in den Fokus der Börsen rücken. Denn er wächst strukturell relativ stark und ist historisch eher unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung.

Balanceakt zwischen Inflation und Zinsen

Die Inflation ist noch nicht vom Tisch, dürfte sich aber weiter normalisieren. Getrieben von der Energiewende, dem demografischen Wandel und der Abkehr von der Globalisierung wird sie sich am oberen Rand der Zentralbankziele oder leicht darüber bewegen. Der Gipfel der Leitzinsen dürfte erreicht sein, 2024 ist mit ersten Zinssenkungen zu rechnen – auch ohne eine Rezession. Das spräche bei Anleihen für längere Laufzeiten. Doch wird die US-Notenbank diesen Schritt vor den Präsidentschaftswahlen wagen, ohne sich dem Vorwurf auszusetzen, den Wahlkampf zu verzerren?
Wir denken, dass die Fed sich davon nicht beirren lassen wird. Die goldenen Zeiten der Notenbank- Unterstützung sind längst vorbei und damit auch die bespiellose Attraktivität von Aktien. Es gibt wieder interessante Alternativen, vor allem Anleihen.

Welche Rolle wird das Superwahljahr 2024 spielen?

In den USA, Europa und Asien stehen viele Wahlen an. Für die Börse wird die US-Wahl dominieren, und aus dieser Perspektive muss der dortige Wahlkampf erst einmal keine Bauchschmerzen bereiten. US- Wahljahre waren historisch gesehen meist gut für den breiten Aktienmarkt. Für Gesundheitswerte waren solche Phasen in der Vergangenheit zwar eher belastend, doch diese Faustregel könnte 2024 umgeschrieben werden. Denn Gesundheit wird in diesem Wahlkampf eher kein zentrales Thema sein – und die US-Politik damit kein großer Stressfaktor für die Branche.

Gesundheitsmarkt: Bewertung, Fusionen und Innovationen

In diesem rauen Umfeld könnte der Gesundheitsmarkt 2024 für Stabilität sorgen. Schon jetzt stechen einzelne Segmente bei der Bewertung hervor, insbesondere Biotechnologie-Unternehmen. Ihr Börsenwert liegt oft sogar unter dem Wert ihrer liquiden Mittel. In einem solch extremen Umfeld können sich gute Chancen für aktive Fondsmanager ergeben, die unabhängig von ETFs und Börsenindizes gezielt einzelne Unternehmen auswählen.

Auch Fusionen und Übernahmen (M&A) dürften 2024 aufgrund vieler Patentabläufe eine größere Rolle spielen. Sinkende Zinsen würden dies zusätzlich beflügeln. Vor allem kleinere und mittelgroße Gesundheitsunternehmen, die besonders innovativ sind, würden davon profitieren. Denn ihre Kurse haben unter dem Zinsanstieg der vergangenen zwei Jahre gelitten. Von ihnen sind auch 2024 wieder viele Innovationen und neue Impulse zu erwarten, zum Beispiel Fortschritte bei Krebsimpfstoffen, die dann 2025 auf den Markt kommen könnten.

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