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In der Angio-Suite sind gefäßchirurgische Eingriffe schonender möglich

Im St. Bernhard-Hospital ist ein hochmodernes Röntgengerät im Einsatz.

St. Franziskus-Stiftung Münster am 16. April 2024

Das St. Bernhard-Hospital hat seit Kurzem eine hochmoderne Angio-Suite. „Das ist ein spezielles Röntgensystem im Operationssaal“, erklärt Dr. Klaus Bien, Chefarzt der Klinik für Gefäß- und endovaskuläre Chirurgie sowie Phlebologie. Er freut sich sehr über die neuesten Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten, die die Anlage mit sich bringt. „Sie erleichtert nicht nur uns behandelnden Ärzten enorm die Arbeit“, sagt Klaus Bien. „Sie hat auch für unsere Patienten viele Vorteile.“

Der Chefarzt formuliert es so: „Es ist, als ob wir eine neue Brille bekommen haben.“ Denn mithilfe der Angio-Suite ist es möglich, Gefäße exzellent und sehr detailliert darzustellen. „Die Bauchschlagader oder die Beinschlagader“, nennt Klaus Bien zwei Beispiele. „Aber eben auch ganz kleine Gefäße.“ Die Röntgenanlage ist kombiniert mit einem ebenfalls hochmodernem Operationstisch, auf dem der Patient liegt. Dieser Tisch kann komplett röntgendurchleuchtet werden, sodass umfassende Ansichten von allen Seiten möglich sind.

Die Gefäßchirurgen, Chefarzt Dr. Klaus Bien (re.) und Oberarzt Wolfgang Berg, nutzen die hochmoderne Röntgenanlage täglich im Operationssaal.

Den Patienten in allen Ebenen darstellen

„Wir können den Menschen damit in allen Ebenen darstellen“, sagt Klaus Bien. Das bessere Sehen ermöglicht Ärzten schnellere Entscheidungen, um Patienten zu helfen. Zudem bieten sich den Medizinern auch bessere Zugangsmöglichkeiten zu der zu behandelnden Stelle. „Wir erkennen die kleinsten Gefäße und können daher viel einfacher und gezielter zum Beispiel einen passenden Stent oder Ballon setzen, um Gefäße offen zu halten“, so Klaus Bien.

Weniger offene Operationen

Durch diese verbesserte Möglichkeit der Diagnostik und Therapie lasse sich in vielen Fällen eine offene Operation vermeiden, erklärt der Chefarzt weiter. Schonendere Verfahren, die sogenannten minimalinvasiven Eingriffe, seien natürlich besonders für ältere Menschen von Vorteil, aber auch Jüngere profitieren davon. „Wir können die Patienten so nach einem Eingriff schneller wieder mobilisieren. Sie finden schneller wieder schmerzfrei in ihren Alltag zurück.“

Stellt sich bei der Untersuchung in der Angio-Suite jedoch heraus, dass eine offene Operation doch notwendig ist, kann diese ebenfalls sofort durchgeführt werden. „Das ist ein weiterer Vorteil der Angio-Suite: Es ist nun alles in einem Raum bei größtmöglicher Sterilität in den OP-Räumen möglich“, erklärt Klaus Bien.

Strahlendosis nur halb so hoch

Ein weiterer Vorteil für Patienten ist die geringe Strahlendosis, mit der das Röntgengerät in der Kamp-Lintforter Angio-Suite auskommt. „Im Vergleich zu anderen Geräten ist die Dosis halbiert“, sagt Klaus Bien. „Die zulässigen Werte werden weit unterschritten. Wir bieten unseren Patienten damit Strahlenschutz auf modernste Art“, betont der Chefarzt. Durch die geringe Strahlenbelastung sei es den Ärzten – falls notwendig – zudem möglich, länger zu röntgen.

Für Patienten mit Nieren- oder Schilddrüsenproblemen sowie Unverträglichkeiten gegen flüssiges Kontrasmittel ist das Röntgengerät in der neuen Angio-Suite besonders gut geeignet. „Herkömmliches, flüssiges Kontrastmittel verursacht in manchen Fällen Nieren- oder Schilddrüsenprobleme, da es über die Niere im Körper abgebaut wird“, erläutert Klaus Bien. Anstelle des flüssigen Kontrastmittels können die Ärzte des St. Bernhard-Hospitals in der Angio-Suite gasförmiges CO2 einsetzen. Dieses wird über die Lunge abgeatmet und ist besser verträglich.

Jeden Tag im Einsatz

Seit Ende 2023 gibt es die Angio-Suite am St. Bernhard-Hospital. „Nach intensiven Schulungen aller Mitarbeitenden haben wir sie mittlerweile völlig in unseren Alltag integriert und nutzen sie jeden Tag“, sagt Klaus Bien.

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