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Digitale Unterstützung für das Post-COVID-Syndrom

Projektabschluss von KoVit

MedEcon Ruhr am 10. Januar 2026

Fünf Jahre nach dem ersten Auftreten des Covid-19-Virus sind die Folgen der Pandemie weiterhin deutlich spürbar. Insbesondere das Post-COVID-Syndrom (PCS) stellt das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen: Aufgrund seiner vielfältigen und oft unspezifischen Symptome wird es häufig nicht erkannt oder fehldiagnostiziert, während einheitliche Behandlungsstandards bislang fehlen. Vor diesem Hintergrund wurde das durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Forschungsprojekt KoVit ins Leben gerufen mit dem Ziel, innovative digitale Lösungen für eine objektive Verlaufskontrolle und verbesserte Diagnostik von Post-COVID zu entwickeln.

Nach zwei intensiven Jahren Forschung und Entwicklung fand nun das Abschlusstreffen des Projekts KoVit statt, zu dem MedEcon Ruhr als Gastgeber die Projektpartner in Bochum begrüßte. Gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Mikroelektronische Schaltungen und Systeme (IMS), der Fimo Health GmbH und dem Universitätsklinikum Essen wurden die Projektergebnisse vorgestellt und ein Ausblick auf mögliche Verwertungs- und Anwendungsszenarien gegeben. Besonders erfreulich war zudem der Besuch von Philipp Hagen vom Projektträger VDI/VDE-IT, der das Projekt über die gesamte Laufzeit hinweg begleitet hat.

Im Mittelpunkt von KoVit stand die Entwicklung eines hybriden Interaktionssystems, das es Post-COVID-Patient:innen ermöglicht, ihre Vitalparameter kontaktlos über die Frontkamera ihres Smartphones zu erfassen. Zum Einsatz kam eine speziell entwickelte App, die neben der Vitaldatenerfassung auch ein Symptomtagebuch sowie strukturierte Fragebögen umfasst. Im Rahmen einer Studie an der Klinik für Infektiologie des Universitätsklinikums Essen wurde das System mit PCS-Betroffenen erprobt. Der kamerabasierte Scan erlaubt ein kontinuierliches, häusliches Gesundheitsmonitoring und liefert wertvolle Daten für eine objektive Verlaufsbeurteilung.

Die Projektergebnisse verdeutlichen das große Potenzial digitaler, niedrigschwelliger Lösungen für die Versorgung von Post-COVID-Erkrankten. Durch die Kombination aus kontaktloser Messtechnik, mobiler Anwendung und medizinischer Auswertung kann die Therapie künftig stärker individualisiert und gezielter an den jeweiligen Gesundheitszustand angepasst werden. Gleichzeitig leistet KoVit einen wichtigen Beitrag zur besseren Überwachung von Spätfolgen nach Covid-19-Erkrankungen sowie zur Weiterentwicklung interdisziplinärer Versorgungsansätze.

Für die nächsten Entwicklungsschritte empfiehlt sich die Einbindung weiterer Stakeholder sowie zusätzlicher Anwendungsszenarien. Perspektivisch bietet sich eine Überführung des Systems in größere, ausreichend skalierte Erprobungs- und Evaluationssettings an, um sowohl die Validierung unter realen Versorgungsbedingungen als auch die Integration in bestehende klinische Prozesse zu ermöglichen. Darüber hinaus eröffnet sich eine Ausweitung der Indikationsstellung auf weitere Krankheitsbilder und Versorgungsbereiche. Denkbar ist der Einsatz unter anderem auf Intensivstationen (ICU) für das kontinuierliche Monitoring von Vitalparametern, bei Sepsis, Tuberkulose sowie bei respiratorischen Erkrankungen. Ergänzend besteht die Möglichkeit, die kontaktlose Erfassung auf zusätzliche physiologische Parameter wie Elektrokardiogramm, Blutdruck, Körpertemperatur, Husten oder Auswurf auszuweiten.

Mehr Informationen zu dem Projekt finden Sie unter: KoVit

 

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