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Bundesverdienstkreuz für Ralf Erdmann

Institut für Pathologie -Ruhr-Universität Bochum am 20. Mai 2026

Ralf Erdmann leitet seit 2002 die Abteilung für Systembiochemie an der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum. Er habe durch seine wissenschaftliche Arbeit und sein gesellschaftliches Engagement die Entwicklung von Forschungs- und Ausbildungsstrukturen in Deutschland sowie international nachhaltig geprägt, heißt es in der Begründung für die Ordensverleihung. Seine Arbeit dokumentiere die Leistungsfähigkeit der deutschen Grundlagenforschung und motiviere bis heute junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

Entdeckung der Peroxine

Ralf Erdmann (links) wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, das ihm Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat (rechts) im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus überreichte.  © Stadt Bochum
Ralf Erdmann (links) wurde mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, das ihm Bochums Oberbürgermeister Jörg Lukat (rechts) im Rahmen einer Feierstunde im Rathaus überreichte. © Stadt Bochum

Gemeinsam mit seinem Doktorvater Wolf-Hubert Kunau gilt Ralf Erdmann als Entdecker der Peroxine – Proteine, die für die Bildung der Zellorganellen Peroxisomen essenziell sind und deren Defekte bestimmte Erkrankungen verursachen können. Mit seiner Forschung konnte er die molekularen Ursachen dieser bislang unheilbaren Erkrankungen aufklären und damit wichtige Voraussetzungen für Diagnostik, Behandlung und mögliche zukünftige Heilungsansätze schaffen. Darüber hinaus gelang es ihm, grundlegende Mechanismen der Bildung dieser Organellen, insbesondere des Proteintransports in Peroxisomen, zu entschlüsseln.

Parasitenerkrankungen erforschen

Weitere Schwerpunkte seiner Forschung betreffen Parasitenerkrankungen wie die Schlafkrankheit, die Chagas-Krankheit und Leishmaniose. Ralf Erdmanns Forschungsergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Entwicklung neuer Medikamente gegen diese Erkrankungen, an denen weltweit Millionen Menschen leiden. Für diese Forschung wurde er unter anderem mit dem renommierten Erwin-Schrödinger-Preis ausgezeichnet.

Seine Arbeit hat auf internationaler Ebene wesentlich zur positiven Wahrnehmung des Forschungs- und Bildungsstandorts Deutschland beigetragen. Für seine wegweisenden Erkenntnisse wurde er als erster Professor der Ruhr-Universität Bochum in die European Molecular Biology Organization, kurz EMBO, aufgenommen. Von 2013 bis 2021 war er Sprecher der DFG-Forschungsgruppe „Struktur und Funktion des peroxisomalen Translokons“. Mit mehr als 200 wissenschaftlichen Veröffentlichungen und zahlreichen Vorträgen auf internationalen Konferenzen wirkt er zugleich als Botschafter der deutschen Wissenschaft. Darüber hinaus organisierte er zahlreiche internationale Tagungen, insbesondere auch in Zusammenarbeit mit israelischen Kolleginnen und Kollegen, mit denen er gemeinsame Forschungsprojekte durchführte.

Förderung junger Forschender

Besonders hervorzuheben ist sein Engagement für die Förderung junger Forschender. Ralf Erdmann betreute mehr als 60 Doktorandinnen und Doktoranden aus dem In- und Ausland, von denen mehrere inzwischen selbst Professuren innehaben. Er hat zur Internationalisierung der deutschen Wissenschaft beigetragen, nicht zuletzt durch seine ehrenamtlichen Tätigkeiten in wissenschaftlichen Gremien. Er hat den Forschungs- und Bildungsstand aus Deutschland nachhaltig gestärkt, unter anderem über acht Jahre lang als Mitglied des Fachkollegiums „Biophysik und Biochemie und Bioformatik“ der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Er ist seit beinahe 20 Jahren gewähltes Mitglied des Fakultätsrats der Medizinischen Fakultät, war von 2018 bis 2025 Forschungsdekan und ist ein Gründungssprecher des 2025 gegründeten Medical Image Centers.

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