Gesundes Gewebe soll besser geschützt werden
Forschung zu Strahlentherapie gefördert
Die Strahlentherapie gehört zu den wichtigsten Behandlungen gegen Krebs. Sie zerstört Tumorzellen, kann aber auch gesundes Gewebe schädigen. Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Essen möchten deshalb besser verstehen lernen, was nach einer Bestrahlung in den Zellen genau geschieht. Sie koordinieren das Verbundprojekt MetaC(h)roSS, welches durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt über drei Jahre mit rund einer Million Euro unterstützt wird. Davon fließen 383.000 Euro an den Standort Essen. Die Förderung läuft seit Juni 2026. An MetaC(h)roSS beteiligt sind zudem die Universität Heidelberg und die Universität des Saarlandes.

Unter der Leitung von Priv.-Doz. Dr. Johann Matschke vom Institut für Zellbiologie (Tumorforschung) untersuchen die Wissenschaftler:innen, wie sogenannte ionisierende Strahlung die innere Organisation von Zellen verändert. Im Mittelpunkt stehen Veränderungen der Verpackung des Erbguts (Chromatin), der Stoffwechsel der Zellen sowie deren Genregulation. Das Team möchte herausfinden, wie diese Prozesse dazu beitragen, dass Zellen in einen dauerhaften Ruhezustand übergehen. Dieser als Seneszenz bezeichnete Zustand schützt einerseits vor unkontrolliertem Zellwachstum, kann andererseits aber auch die Wirkung einer Strahlentherapie beeinflussen.
„Unser Ziel ist, die biologischen Prozesse besser zu verstehen, die nach einer Bestrahlung in Tumor- und Normalgewebezellen ablaufen. Langfristig möchten wir neue Ansatzpunkte identifizieren, um Tumoren gezielter für eine Strahlentherapie zu sensibilisieren und gleichzeitig gesundes Gewebe besser zu schützen“, sagt Projektkoordinator PD Dr. Matschke.
Wirksamer und schonender therapieren
Die beteiligten Forschungsteams bringen unterschiedliche Fachgebiete zusammen. Während das Essener Team die strahlenbiologischen und stoffwechselbedingten Veränderungen untersucht, analysieren Expert:innen in Heidelberg die räumliche Organisation des Erbguts. Die Forschenden an der Universität des Saarlandes untersuchen, wie sich diese Veränderungen auf die Aktivität der Gene auswirken.
MetaC(h)roSS stärkt die Zusammenarbeit der beteiligten Standorte und fördert gezielt Wissenschaftler:innen, die sich in der Frühphase ihrer Karriere befinden. Langfristig sollen die Erkenntnisse zu wirksameren und zugleich schonenderen Strahlentherapien beitragen.
Zum Akronym MetaC(h)roSS:
Es greift die zentralen Themen des Forschungsverbunds auf und steht sinngemäß für Metabolismus, Chromatin und Seneszenz nach Strahlentherapie. Es orientiert sich am Projekttitel „Strahleninduzierte Seneszenz und charakteristische Veränderungen in der Chromatinorganisation sowie im epigenetischen und metabolischen System“.