Wir können Gesundheit

Über 5.000 Mammakarzinome diagnostiziert

Dr. Abdallah Abdallah ist seit neun Jahren Chefarzt der Klinik für Senologie an den Evangelischen Kliniken Gelsenkirchen (EVK)

Evangelische Kliniken Gelsenkirchen GmbH am 14.08.17

Diakonie  / Evangelische Kliniken  / Dr. med. Abdallah Abdallah, Dipl.-Kfm. Dr. Karl Bosold    /  07.08.2017 /    Photo: Cornelia Fischer

Diakonie / Evangelische Kliniken /
Dr. med. Abdallah Abdallah, Dipl.-Kfm. Dr. Karl Bosold / 07.08.2017 /
Photo: Cornelia Fischer

Mehr als 20.000 stationäre Aufnahmen und insgesamt 5.080 diagnostierte und therapierte Karzinome belegen den Erfolg der Klinik für Senologie und zeigen, dass die Klinik den Vergleich mit anderen deutschen Kliniken nicht zu scheuen braucht. „Mit 20.418 stationären Patienten liegen wir auf Platz 1“, berichtet Dr. Abdallah Abdallah. Und das der Ruf der Klinik und des angebundenen Brustzentrums Ruhrgebiet über die Region hinaus bekannt ist, zeigen auch die Patientenzahlen. Gut 70 Prozent der Patienten kommen für Diagnose, Operation und Therapie aus dem weiteren Ruhrgebiet, Süd- und Norddeutschland nach Gelsenkirchen. „Für uns ist jeder neue Fall eine Herausforderung“, betont Dr. Abdallah. „Aber diese Herausforderungen und Erfahrungen haben unsere Klinik für Senologie zu dem gemacht, was sie heute ist.“

Ein Team aus 37 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kümmert sich um die Patientinnen und Patienten – dazu zählen 10 Ärztinnen und Ärzte, 11 Pflegekräfte sowie 16 Mitarbeitende im sogenannten funktionellen Bereich (Pschyonokologen, Casemanager, Qualitätsbeauftragte, Verwaltungskräfte usw.). Hinzu kommen noch die Kollegen aus anderen Klinikbereichen der EVK. „Wir haben in den Evangelischen Kliniken ein super funktionierendes interdisziplinäres Team“, lobt Dr. Abdallah die Möglichkeiten. So werden in regelmäßig stattfinden Tumorkonferenz alle Patientenfälle mit den Kollegen unter anderem aus der Radiologie und der Radioonkologie eingehend besprochen und die sinnvollste Therapie festgelegt.

„Der große Vorteil des Brustzentrums Ruhrgebiet ist, dass wir alle Leistungen unter einem Dach anbieten können“, so Dr. Abdallah. Von der Diagnose über die Operation, pathologische Befunde und Therapie. Von den insgesamt 52 Brustzentren beiten nur wenige diesen Leistungsumfang unter einem Dach an.

Eine besondere Therapie kann Dr. Abdallah zusammen mit seinem Kollegen PD Dr. Razvan Galalae, Chefarzt der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie, anbieten. „Wir sind die einzige Klinik im weiteren Umkreis, die Brachytherapie durchführt“, erläutert Dr. Abdallah. „Bei dieser Therapie wird die Brust nur von innen bestrahlt, sodass das umliegende Gewebe nicht angegriffen wird. Die Patienten werden dadurch weniger belastet und die Therapiezeit beträgt nur 5 Tage – die herkömmliche Bestrahlung dauert in der Regel 30 Tage.“

Neben den internen Kooperationspartner kann das Team um Dr. Abdallah aber auch auf zahlreiche externe Partner verweisen. So arbeitet die Klinik für Senologie eng mit den Universitätskliniken Köln und Duisburg sowie mit zahlreichen niedergelassenen Ärzten zusammen. An der Uni Köln ist beispielsweise das größte Zentrum für familären Brust- und Eierstockkrebs in Deutschland beheimatet. „Normalerweise mussten Patientinnen für eine genetische Beratung nach Köln. Aufgrund der hohen Fallzahlen an unserer Klinik, hat das Kölner Team jetzt eine Sprechstunde hier bei uns in Gelsenkirchen eingerichtet“, freut sich Dr. Abdallah. „Das ist für die Frauen eine erhebliche Erleichterung, da sie keine weiten Strecken für eine Beratung zurücklegen müssen.“

Abgerundet wird die medizinische Leistung des Teams durch die Arbeit des Fördervereins Brustzentrum „Die Revierinitiative“. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Frauen ab der Diagnose durch die Behandlung zur begleiten und mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Angebote reichen unter anderem von einem Frühstückskaffee und Gesprächskreisen, die dem Erfahrungsaustausch der Frauen untereinander dienen, über Qi Gong und Kosmetikseminaren bis zu Informationsveranstaltungen und Round-Table-Gesprächen mit den Ärzten des Hauses und anderen Experten. „Die Mitglieder des Vereins sind unglaublich aktiv und haben ein Informationskonzept für die Patienten entwickelt, welches in der Republik einzigartig sein dürfte“, lobt Dr. Abdallah diese besondere Unterstützung.

Auch wenn die Klinik für Senologie und das Brustzentrum Ruhrgebiet bereits gut aufgestellt ist, gehen die Entwicklungen weiter. Regelmäßig beteiligt sich die Klinik an Studien, um so neue Erfahrungen zu gewinnen und neue Therapie- und Operationsmöglichkeiten nutzen zu können. So wird ab September 2017 zusammen mit den Düsseldorfer Kollegen die Lymphödem-Chirurgie praktiziert. „Eine ganz neue Methode, die neue Chancen und Perspektiven für die Patientinnen bedeutet“, erläutert Dr. Abdallah. Bei allen operierten Patientinnen und Patienten im Brustzentrum Ruhrgebiet wird zudem kostenlos Tumorgewebe eingefroren, so dass bei späteren neuen Therapien auf den Ursprungstumor zurückgegriffen werden kann, um weitere Testungen durchzuführen.

Den Erfolg und das Wachstum der Klinik rechnet Dr. Abdallah auch der Klinikleitung des EVK an. „Das Vertrauen der Klinikleitung in mein Konzept und meine Person haben von Beginn an zu der positiven Entwicklung beigetragen“, dank Dr. Abdallah.
„Und auch von Seiten der Stadt Gelsenkirchen erfahren wir viel Unterstützung, bspw. bei der Durchführung des Mamma-Forums im Gelsenkirchener Wissenschaftspark sowie bei den Aktivitäten des Fördervereins „Die Ruhrinitiative“, z. B. beim Neurjahrsempfang und Brustkrebslauf“, so Dr. Abdallah weiter.

Für die Zukunft hat sich Dr. Abdallah zusammen mit seinem Team das Ziel gesetzt, Vorreiter zu bleiben, die Qualität beizubehalten und Standards zu sichern. Wichtig ist ihm zudem, sich ausreichend Zeit für seine Patienten zu nehmen, für die die Diagonose Brustkrebs meist einen schweren Einschnitt in ihren Alltag bedeutet.

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