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Hoffnung für Refluxpatienten durch innovative Technik

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 19.03.18

Dr. Jens Peter Hölzen (links), Kommissarischer Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie, begrüßte Prof. Dr. Stephen Attwood von der Durham University in Großbritannien zum fachlichen Austausch im Marien Hospital Herne.

Jahrelang blieb Patienten, die unter Sodbrennen leiden nichts weiter übrig, als die Einnahme von mittlerweile stark umstrittenen Medikamenten – häufig ein Leben lang. Die moderne Chirurgie bietet ihnen hier Alternativen. In der Chirurgischen Klinik des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum, kommen mit einem Anti-Reflux-Schrittmacher und dem Operationsroboter daVinci Xi nun gleich zwei modernste technische Geräte zum Einsatz, um die Erkrankung besonders schonend zu behandeln.

Sodbrennen (auch Refluxerkrankung genannt) entsteht, weil Magensäure in die Speiseröhre zurückläuft. „Bei gesunden Menschen verhindert dies der Schließmuskel, der den Übergang von der Speiseröhre zum Magen bildet. Ist dessen Mechanismus gestört, dringt die Magensäure in die Speiseröhre ein und verursacht dort Entzündungen sowie ein brennendes Gefühl“, erklärt der Kommissarische Chefarzt der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie Dr. Jens Peter Hölzen. In seiner Klinik bietet der Chirurg verschiedene Operationsverfahren an, die den Betroffenen langfristige Beschwerdefreiheit bieten. Auf diese Weise können die sogenannten Säureblocker vermieden werden. Diese Tabletten reduzieren die Säureproduktion im Magen und schonen so die Speiseröhre. Viele Patienten sprechen jedoch nicht auf diese Medikamente an. Zudem geht die Einnahme mit erheblichen Nebenwirkungen einher, wie beispielsweise einem erhöhten Osteoporose-Risiko und einer erhöhten Sterblichkeit.

Daher bieten moderne operative Eingriffe eine sinnvolle Alternative. Seit 2017 unterstützt der hochpräzise Operationsroboter daVinci Xi das Team der Chirurgischen Klinik dabei. Mit seiner Hilfe kann der Robotikchirurg sehr präzise an der schwer zugänglichen und engen Region rund um die Speiseröhre arbeiten. „Ob Milz, Leber oder die Hauptschlagader – keine dieser empfindlichen Strukturen liegt mehr als wenige Zentimeter von der Speiseröhre entfernt“, erklärt Dr. Hölzen. Dank des Roboters stehen dem Operateur vier flexible Arme und eine Ultra-HD-Laserkamera zur Verfügung. Auch Schmerzen, Blutverlust und Wundinfektionen werden gemindert.

Seit vergangenem Freitag bietet die Chirurgische Klinik erstmalig ein bisher einzigartiges operatives Verfahren in Nordrhein-Westfalen an. Hierbei handelt es sich um die Implantation eines Anti-Reflux-Schrittmachers mit Hilfe des daVinci Operationsroboters. Durch den Einsatz des Schrittmachers bleibt die natürliche Anatomie von Speiseröhre und Magen erhalten. Dank des Roboters ist der Eingriff besonders präzise und sicher. Es werden zwei Elektroden am unteren Schließmuskel der Speiseröhre angebracht und mit einem Stimulator verbunden. Dieser löst elektrische Impulse aus, die den Schließmuskel der Speiseröhre trainieren. „Wir verändern also anatomisch nichts, sondern fördern die Funktionalität der natürlichen Mechanismen des Körpers. So „erlernt“ der Schließmuskel der Speiseröhre, wie ein gesunder zu funktionieren“, erklärt Dr. Hölzen.

Zur Einführung des neuen OP-Verfahrens begrüßten Dr. Hölzen und sein Team Prof. Stephen Attwood von der Durham University in Großbritannien. Schon lange erforscht und entwickelt der erfahrene Mediziner neue Behandlungsmöglichkeiten von Speiseröhrenerkrankungen, unter anderem auch den Schrittmacher. Bei zwei gemeinsamen Operationen und einem anschließenden Gespräch tauschte er sich mit den Kollegen aus Herne über die Möglichkeiten der Kombination aus Schrittmacher und OP-Roboter aus.

Ob eine Behandlung mit dem Schrittmacher in Frage kommt, wird für jeden Patienten individuell festgelegt. Daher erfolgt im Vorfeld stets eine sorgfältige Diagnostik, wie Dr. Hölzen erläutert: „Es gibt Indikationen, die eine Behandlung mit dem Schrittmacher ausschließen, zum Beispiel, wenn ein Zwerchfellbruch bei dem Patienten vorliegt. Dann ziehen wir andere Methoden in Betracht. Eine umfassende Beratung bieten wir in unserer Reflux-Sprechstunde an.“

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