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Uniklinik Notfall-Experte warnt

„Bei dieser Hitze sind ältere Menschen besonders gefährdet"

Universitätsklinikum Essen am 26.07.18

Prof. Dr. Clemens Kill

Die Hitze und tropische Temperaturen haben Deutschland weiter im Griff. Jahrhundertsommer meldet der Deutsche Wetterdienst. In den nächsten Tagen sollen es bis zu 37 Grad heiß werden. „Bei diesen Temperaturen sind ältere Menschen besonders gefährdet“, warnt Prof. Dr. Clemens Kill, Direktor des Zentrums für Notfallmedizin der Universitätsmedizin Essen. Der Notfall-Experte spricht über Fahrradhelme, Chillen, Lichtschutzfaktoren und Gartenarbeit und hat Tipps parat, wie man sich in der Hitze richtig und gesundheitsschonend verhält.

Herr Prof. Dr. Kill, Notfälle mit Herz-Kreislaufproblemen sind spürbar angestiegen. Welche Hitze-Reaktionen und Symptome treten besonders häufig auf?

Häufig sind von den Beschwerden ältere oder vorerkrankte Menschen betroffen. Die werden besonders beim Aufstehen kurz bewusstlos und fühlen sich schwindelig, manchmal stürzen sie dabei auch und verletzen sich.

Wie kann man diesen Symptomen vorbeugen?

Vor allem Flüssigkeitsverluste führen schnell zur Kreislaufschwächen. Deshalb ausreichend trinken, mehr als normal, das ist ganz wichtig. Das sollte nicht nur Leitungswasser sein, sondern idealerweise mineralhaltige und alkoholfreie Getränke. Sie sollten immer Getränken bereitstehen haben. Dass erinnert daran, dass man trinken muss. Und nicht erst trinken, wenn der Durst schon da ist. Gerade ältere Menschen sollten darauf achten, weil sie oft weniger Durst verspüren. Aufenthalt und vor allem Aktivitäten in der prallen Sonne gilt es zu vermeiden. Besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen sollten auf größere Anstrengungen im Freien und in der Sonne verzichten. Der Garten muss nicht in der Mittagshitze umgegraben werden. Generell gilt: Einfach öfter mal „chillen“. Und wer trotzdem Sport machen möchte, am besten in den frühen Morgenstunden. Denn diese Hitze setzt auch jüngeren Menschen zu.

Wenn ich beim Radfahren der Sonne direkt ausgesetzt bin, wie schütze ich mich?

Mit einem Helm. Der schützt in Doppelfunktion: Beim Sturz und vor der Sonne. Gerade durch direkte Sonneneinstrahlung kann es zu Kopfschmerzen kommen bis hin zu einem Sonnenstich. Wer im Sommer den Radhelm abzieht, weil es zu warm ist, der ist leichtsinnig, dem drohen lebensgefährliche Verletzungen.

Badeseen und Schwimmbäder sind gerade auch sehr begehrt. Worauf sollte man da achten?

Hautschutz mit Sonnencreme. Einen zu hohen Lichtschutzfaktor gibt es dabei nicht. Bei Besuchen von Badeseen müssen, trotz Parkplatzproblemen, unbedingt die Rettungszufahrten freigehalten werden. Durch die Zufahrt muss ein Lkw passen, so groß sind Einsatzfahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst. Kinder und ungeübte Schwimmer müssen beim Baden in Seen ununterbrochen beaufsichtigt werden, denn eine Rettung aus diesen Gewässern ist für die Rettungskräfte außerordentlich schwierig.

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