Wir können Gesundheit

Vierarmige Unterstützung für das Marien Hospital Herne

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 29.08.18


Er hat vier Arme und sieht in bis zu 20-facher Vergrößerung – Aufgrund der steigenden Nachfrage unterstützt ab sofort ein neuer Kollege das Team der Urologischen Klinik des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Die Rede ist von einem zweiten Operationsroboter. Somit verdoppelt die Klinik ihre Kapazitäten für roboterassistierte Eingriffe.

Der Operationsroboter eignet sich prinzipiell für alle Eingriffe an Niere, Nebenniere, Nierenbecken, Harnleiter, Blase, Lymphdrüsen und Prostata. Besonders geeignet ist das System für die Durchführung einer Totalentfernung bei Prostatakrebs, der sogenannten radikalen Prostatektomie, da hier an schwer zugänglichen Stellen, umgeben von empfindlichem Gewebe und Nerven besonders präzise gearbeitet werden muss. Bei der Operation mit dem Roboter steht der Operateur nicht direkt am OP-Tisch, sondern bewegt die Roboterinstrumente einige Meter davon entfernt über eine Konsole. Durch eine Art Brille wird das Operationsfeld dreidimensional und vielfach vergrößert wie unter einem Mikroskop wiedergegeben. „Aufgrund der zahlreichen Vorteile, die eine roboterassistierte Operation mit sich bringt, steigt die Nachfrage kontinuierlich. Daher haben wir uns entschlossen, in einen zweiten Roboter zu investieren“, berichtet Priv.-Doz. Dr. Rein-Jüri Palisaar, Leitender Arzt für Roboterassistierte Urologie.

Denn neben der großen Genauigkeit des Systems, handelt es sich auch um ein sehr schonendes Verfahren mit geringem Blutverlust, da für den Zugang je nach Operation nur vier bis sechs kleine Hautschnitte notwendig sind. Zudem besteht durch diese kleineren Zugänge ein geringeres Wundinfektionsrisiko und auch die Narbenbildung ist gering, da der Verschluss durch extradünne Fäden aus selbstlöslichem Material erfolgt. Die Naht wird unterhalb der Hautoberfläche gesetzt und ist unsichtbar. „Schlussendlich ist der Patient somit auch schneller wieder auf den Beinen und hat eine geringere Liegedauer nach dem Eingriff“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Palisaar. „Viele Patienten sind sehr interessiert an der fortschrittlichen Technik und daher bereits bevor sie zu uns kommen gut informiert. Jedoch legen wir großen Wert darauf, dass jeder Patient die Möglichkeit hat, vor dem Eingriff mit einem Operateur zu sprechen und sich die Vorgehenswiese ganz genau erklären zu lassen.“

Es wird jedoch nicht jeder Patient mit Hilfe des Roboters operiert. „Wir wägen immer anhand der individuellen Vorgeschichte gemeinsam ab, was das beste und sicherste Vorgehen für jeden Patienten ist. So können beispielsweise Verwachsungen durch vorangegangene Operationen einen Hindernisgrund darstellen“, so der Spezialist. Daher wird auch immer noch ein großer Teil der Patienten offen operiert.

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