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Wer als Kind Zigarettenqualm ausgesetzt wird…

...hat deutlich erhöhtes Risiko für eine COPD

Klinikum Dortmund gGmbH am 25.09.18

Dr. Marcus Albert, Direktor der Klinik für Thorax-Chirurgie und : Priv.-Doz. Dr. Bernhard Schaaf (Direktor der Klinik für Pneumologie und Infektiologie)

Dieses Forschungsergebnis rüttelt auf: Menschen, die als Kind für mehrere Jahre Zigarettenrauch ausgesetzt waren, selbst als Erwachsene aber nie geraucht haben, sterben häufiger an der chronisch obstruktiven Lungen-krankheit COPD. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Daten von über 70.000 Nie-Rauchern. Die Ergebnisse sind im ‚American Journal of Preventive Medicine‘ veröffentlicht worden und bestätigen die Experten des Lungenzentrums im Klinikum Dortmund. „In Deutschland ist die COPD inzwischen die Volkskrankheit mit der höchsten Steigerungsrate“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Bernhard Schaaf, Direktor der Klinik für Pneumologie und Infektiologie im Klinikum Dortmund. Bei der COPD verschlechtert sich die Lungenfunktion, so dass es zu Husten und Atemnot kommt.

„Eltern sollten sich genau überlegen, was sie ihrem Kind da langfristig antun“, erklärt Dr. Marcus Albert, Direktor der Klinik für Thorax-Chirurgie im Lungenzentrum des Klinikums. Je länger die Belastung mit Passivrauch, desto höher das Risiko für eine COPD.

Typischerweise gilt hartnäckiger Husten als erstes Anzeichen für COPD. Dabei spielt die Tageszeit eine Rolle: Vor allem morgens nach dem Aufstehen husten die Betroffenen sehr stark, nicht selten verbunden mit Auswurf. Das Risiko für Atemwegsinfekte steigt, Atemnot kann dann die Folge sein. „Wir gehen davon aus, dass in Deutschland 13 Prozent der über 40-Jährigen von einer COPD betroffen sind. Weltweit ist die COPD die dritthäufigste Todesursache – nach koronarer Herzkrankheit und Schlaganfall“, so Priv.-Doz. Dr. Schaaf.

Für die amerikanische Studie wurden 70.900 Frauen und Männer, die niemals aktiv geraucht hatten, zu den Rauchgewohnheiten ihrer Eltern oder anderer Per-sonen, die im Haushalt lebten befragt. Größtenteils waren die Befragten zwi-schen 50 und 74 Jahren alt. Über die Hälfte gab an, als Kind mit mindestens ei-ner Person zusammen gelebt zu haben, die täglich geraucht hat. Drei von vier dieser Gruppe teilten sich sogar während der gesamten Kindheit (16 bis 18 Jahre lang) den Haushalt mit rauchenden Menschen. Bei ihnen war das Gesamtrisiko an COPD zu versterben 31% erhöht.

Im Lungenzentrum des Klinikums Dortmund können die Experten dank moderns-ter Verfahren (u.a. Lungenfunktion-Test, CT Thorax, Speziallabor, gegebenenfalls Bronchoskopie) das Stadium der COPD verlässlich bestimmen. Liegt diese Einstufung vor, ist je nach Schweregrad eine medikamentöse Therapie möglich, die den Verlauf dieser chronischen Erkrankung zumindest abmildert. „Entscheidend ist es, die Auslöser der Lungenkrankheit zu vermeiden. Da die Hauptursache das Rauchen ist, gilt also: vollständiger Verzicht auf alle Rauchwaren!“, sagt Dr. Albert.

Lunge & Atemwege

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