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Wenn das Herz nicht mehr im Takt ist

Kardiologen informierten über Herzrhythmusstörungen

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 16.11.18

Das Team der Kardiologischen Klinik des Marien Hospital Witten, Chefarzt Prof. Dr. Martin Bergbauer (2. v. l.), der Leitende Oberarzt Dr. Andreas Pflaumbaum (l.), sowie die Oberärzte Dinah Sofia Choudhury (3. v. l.) und Tobias Hehnen (r.) informierten mit Eva Eigenbrod, Ehrenamtliche Beauftragte der Deutschen Herzstiftung e. V. (2. v. r.), über Herzrhythmusstörungen.

Am gestrigen Donnerstag hatte das Team der Kardiologischen Klinik des Marien Hospital Witten zur Patientenveranstaltung „Herz außer Takt: Vorhofflimmern und andere Herzrhythmusstörungen“ eingeladen. Dabei behandelten die Experten um Chefarzt Prof. Dr. Martin Bergbauer die Themen Herzrhythmusstörungen und Vorhofflimmern. Herz-Kreislauf-Erkrankungen zählen immer noch zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland.
Schlägt das Herz plötzlich außer Takt, haben viele der Betroffenen Angst. Denn das Herz ist der Mittelpunkt des gesamten Blutkreislaufsystems und ist so für überlebenswichtige Aufgaben verantwortlich. Doch nicht immer ist eine solche Unregelmäßigkeit lebensgefährlich; oft wird sie gar nicht bemerkt. „Es kann vorkommen, dass das Herz unregelmäßig schlägt. Dabei ist der ungewohnte Takt des Herzens für den Betroffenen zwar unangenehm, aber nur selten lebensbedrohlich“, so der Oberarzt Tobias Hehnen, der den Anwesenden dieses Thema erläuterte. Von einer Herzrhythmusstörung spricht man erst, wenn die Unregelmäßigkeiten besonders stark sind, oder Patienten häufiger darunter leiden. „Mit einer Herzrhythmusstörung meint man in der Regel einen stark beschleunigten oder verlangsamten Herzschlag. Dieser sollte ärztlich untersucht werden“, erklärt der Mediziner weiter.

Die am häufigsten behandlungsbedürftige Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. Normalerweise entsteht ein Herzschlag durch ein Zusammenziehen des Herzmuskels, der zuvor durch elektrische Impulse stimuliert wurde. Beim Vorhofflimmern entstehen in den Vorkammern des Herzens chaotische Impulse, die zu einem Flimmern der Muskelzellen in den Vorkammern führen. Dadurch gerät das Herz außer Takt. Risikofaktoren für Herzerkrankungen wie Vorhofflimmern sind unter anderem starker Alkoholkonsum oder Bluthochdruck. Oberärztin Dinah Sofia Choudhury ging neben diesen Ursachen auch auf die Gefahren des Vorhofflimmerns ein: „Wenn das Vorhofflimmern nicht bemerkt und behandelt wird, können Betroffene im schlimmsten Fall einen Schlaganfall erleiden.“ Durch den unregelmäßigen Herzschlag kann es vorkommen, dass sich Blutgerinnsel bilden. Diese können in die Gehirngefäße geschwemmt werden und dort zu einem Gefäßverschluss und damit zum Schlaganfall führen.

Im Anschluss widmete sich Dr. Andreas Pflaumbaum, Leitender Oberarzt, der Behandlung von Herzrhythmusstörungen. Vorhofflimmern wird in erster Linie medikamentös behandelt. „Um die Bildung eines Blutgerinnsels zu verhindern, verschreiben wir Patienten blutverdünnende Medikamente. Zudem erhalten sie auch Medikamente, die den Puls normalisieren“, so der Mediziner. Des Weiteren gibt es auch eine elektrophysiologische Behandlung, die dann zum Einsatz kommt, wenn Medikamente nicht anschlagen. Es handelt sich um die sogenannte Pulmonalvenenisolation. Durch ein sehr spezielles Herzkatheterverfahren wird hierbei die Ursache des Vorhofflimmerns eliminiert, indem elektrische Kurzschlüsse im linken Herzvorhof am Abgang der Lungenvenen mittels Wärmeabgabe verödet werden.

Im Anschluss an die Vorträge konnten die Teilnehmer Fragen an die Experten stellen. „Wir freuen uns, dass zahlreiche Interessenten gekommen sind. Obwohl viele Betroffene eine Herzrhythmusstörung nicht wahrnehmen, kann von ihr eine Gefahr ausgehen. Ich hoffe, dass wir durch diese Veranstaltung die Teilnehmer für dieses Thema sensibilisiert haben“, so Prof. Dr. Martin Bergbauer, Chefarzt der Kardiologischen Klinik.

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