Wir können Gesundheit

Kliniken gehen neue Wege, um Fachkräfte in der Pflege zu gewinnen

Bergmannsheil und Kinderklinik Buer GmbH am 29.08.19

Neben dem Bus mit dem Kampagnenfoto stehen Britta Andresen (Personalabteilung) und Andreas Hundeshagen (Pflegedirektion).

Im Bergmannsheil Buer und in der Kinder- und Jugendklinik Gelsenkirchen geht man neue Wege, um Fachkräfte in der Pflege zu gewinnen. „Wir wollen unsere offenen Stellen in der Pflege besetzen. Doch die Nachfrage ist größer als das Angebot auf dem Arbeitsmarkt“, sagt Geschäftsführer Werner Neugebauer und ergänzt: „Also müssen wir kreativ sein“. Examinierte Pflegende, die eine Vollzeitstelle in einer der beiden Kliniken annehmen, erwartet ein „Startguthaben“ von maximal 2.000 Euro.

Mit einer Kampagne macht die Klinik zudem auf sich aufmerksam. Das Motto: „Wir lieben Pflege“. Pflegende tragen diese Botschaft auf knallroten Shirts. Ihr Teamfoto ziert nicht nur ein großes Banner vor der Klinik, sondern auch zwei Busse der Bogestra, der durch Gelsenkirchen fährt. „Wenn ich mich dann so sehe, ist das schon komisch. Aber ich finde die Aktion prima. Ich arbeite gerne in der Pflege“, sagt Sascha Woyt, der ein Gesicht der Kampagne ist. Der 30-Jährige kam 2012 als „Bufdi“ (Bundesfreiwilligendienst) ins Krankenhaus. „Mir gefiel die Arbeit auf den Stationen. Erst wurde ich im Bergmannsheil Buer Pflegehelfer, dann Gesundheits- und Krankenpfleger. Nach dem Examen blieb ich gerne hier. Klar, manchmal ist mein Beruf stressig. Dann hilft mir das sehr familiäre Klima im Haus. Mein Arbeitgeber fördert mich mit zahlreichen Fortbildungen. In der Pflege hat man Perspektiven.“

Job-Speed-Dating

Am Samstag, 7. September, lädt die Klinik zu einem Bewerbertag ein. Dann stehen Pflegende und Mitarbeiter der Personalabteilung von 10.00 bis 15.00 Uhr bereit, um wechselwilligen Pflegekräften oder Menschen, die eine Ausbildung in der Pflege planen, Fragen zu beantworten. „Ein Job-Speed-Dating“, sagt Werner Neugebauer und hofft, dass das Gesprächs- und Informationsangebot von vielen Interessierten angenommen wird.

Stressabbau statt Überlastung

Für Pflegedirektor Joachim Weigand sind nicht allein die von der Politik geforderten Personaluntergrenzen das Thema. Er will die Überlastung der Pflegenden auffangen. Chronische Überlastung mache krank, sagt Pflegedirektor Joachim Weigand, und weiß „dass wir hier als Arbeitgeber eine Verantwortung haben“. Zur Entlastung der Beschäftigten hat sich die Klinikgeschäftsführung in den vergangenen Jahren einiges einfallen lassen. Die angebotenen Kinderbetreuungsplätze auf dem Klinikgelände oder in der kooperierenden Kindertagesstätte sind begehrt und helfen den berufstätigen Müttern und Vätern, ihr Familienleben entspannter zu gestalten. Im betrieblichen Gesundheitsmanagement gibt es zahlreiche Angebote zum Stressabbau. „Wir setzen auf Prävention, etwa auf autogenes Training als eine halbstündige Auszeit vor oder nach der Arbeit oder in der Pause“, berichtet Werner Neugebauer. Daneben gibt es Bewegungs- und Ernährungskurse, ebenso Gesundheitstage und -seminare für die Klinikbeschäftigten.

Ein Beruf mit guten Perspektiven

Im September werden 12 Auszubildende in der Erwachsenen- und weitere acht Auszubildende in der Kinderkrankenpflege starten. Aktuell machen 70 junge Menschen eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege. Für den Pflegedirektor ist das ein wichtiges Signal: „In einem Auswahlverfahren haben wir die hohe Motivation der Bewerber gesehen. Sie werden von uns während ihrer praktischen Ausbildung intensiv betreut und wir helfen ihnen, wenn es einmal schwierig wird. In der Pflege hat man einen sicheren Arbeitsplatz und einen Beruf, der einen guten Ruf genießt. Das wissen junge Menschen zu schätzen. Auch das die Vergütung stimmt. In der Pflege verdient man ebenso gut wie in anderen anspruchsvollen Ausbildungen.“

Gesundheitsberufe

MedEcon Ruhr © 2019

Wir können Gesundheit
MedEcon Ruhr