Projekt: sustain2care.ruhr
Ökologische Nachhaltigkeit in der Pflegewirtschaft
Die Pflegewirtschaft als relevanter Faktor im umweltbezogenen Transformationsprozess
Umwelt- und klimaschutzbezogene Maßnahmen rücken in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus von Politik und Gesellschaft. Für das Erreichen der Ziele des Pariser Abkommens und des darin proklamierten 2 °C Ziels maximaler Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter bedarf es allerdings maximaler und ganzheitlicher Anstrengungen.
Damit stellt sich auch für Gesundheitseinrichtungen die Frage ihres möglichen Beitrags zu einer nachhaltigen Gesundheitswirtschaft. Doch ihre hohen Emissions- u. Abfallerzeugungsraten stehen im Widerspruch zu ihrem Anliegen des Erhalts bzw. der Wiederherstellung von Gesundheit, da diese hohen Risiken für gesundheitliche Beeinträchtigungen nach sich ziehen. Dem Gesundheitssektor kann insgesamt sogar ein Anteil von 4,4 % an den weltweiten CO2-Emissionen zugeschrieben werden; auf Deutschland bezogen beträgt der Anteil sogar 5,2 %.
Aus genau diesem Grund kann aber der Gesundheitswirtschaft auch eine herausragende Rolle für den dringend notwendigen Transformationsprozess zugeschrieben werden. Dennoch fokussieren sich Anstrengungen in Nordrhein-Westfalen und bundesweit aktuell fast ausschließlich auf die Transformation der Energiewirtschaft, dem Vorantreiben des Umbaus von Energieerzeugung hin zu erneuerbaren Energien oder Wasserstofftechnologien sowie der Förderung von energietechnischer Sanierung.
Zwar entwickeln sich in Deutschland seit einigen Jahren vermehrt Green Health Initiativen zur Ver-besserung der Umwelt- und Klimabilanzen von Gesundheitseinrichtungen. Die Pflege und hier wiederum insbesondere die Altenpflege stehen allerdings nur bedingt im Blickfeld.
Der Ansatz von sustain2care.ruhr
Aufgabe von sustain2care.ruhr ist es, die unterschiedlichen Akteure mit Relevanz für die Implementierung von ökologischen Nachhaltigkeitsmaßnahmen in der Pflegewirtschaft in der Gesundheitsmetropole Ruhr in einen strukturierten Wissensaustausch zu bringen.
Dabei können sich diese Maßnahmen auf die Adaptation, also die Anpassung an die Herausforderungen für Pflegeeinrichtungen und -professionen durch die veränderten umweltbezogenen Rahmenbedingungen beziehen. Sie können ebenso Mitigationsprozesse adressieren, bei denen Handlungsspielräume von Pflegeeinrichtungen und ihren Mitarbeiter:innen zur Verbesserung der Umweltbilanz genutzt werden.
Die Akteure der Pflegewirtschaft werden hierzu maßgeblich in drei Gruppen geclustert,
- Pflegeeinrichtungen,
- Industrie & Dienstleistung und
- Wissenschaft & Forschung, die ihrerseits mit ihren verschiedenen Kompetenzen und Bedarfen
- auf den Transferprozess einzahlen bzw.
- in direkter Weise von ihm profitieren.
Es handelt sich somit bei dem angestrebten Wissenschaft-Praxis-Transfer sowie bei dem komplementären Praxis-Praxis-Transfer um einen iterativen Prozess zwischen den drei Gruppen.
Das Vorhaben beinhaltet die Pilotierung exemplarisch ausgewählter Nachhaltigkeitsmaßnahmen in Pflegeeinrichtungen. Mit der begleitenden wissenschaftlichen Evaluation soll der Effekt von nachhaltigen Ansätzen in der Pflege auf beobachtbare Zielgrößen mit Hilfe der Feldexperimente quantifiziert und auf den deutschen Pflegesektor hochgerechnet werden. Die gewonnenen Erkenntnisse werden in auf die jeweilige Maßnahme zugeschnittene Umsetzungsleitfäden überführt, die als An-leitung für weitere Akteure der Pflegewirtschaft für eine eigenständige Implementierung der Maßnahmen in ihrer Institution dienen.
Das Projekt
sustain2care.ruhr wird im Rahmen von Region.NRW Transformation mit ca. 1.000.000,- € gefördert werden.
Wissenschaftliche Partner: Hochschule Bochum, RWI – Leibniz-Institut für Wirt-schaftsforschung
Konsortialführung: MedEcon Ruhr
Kontakt MedEcon-Team
Dr. Cathrin Dierkes
Berit Schoppen