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Neues Medikament erprobt

Eine internationale Wissenschaftlergruppe unter Leitung von Prof. Dr. Martin Schuler vom Universitätsklinikum Essen hat in Zusammenarbeit mit der Firma Bayer ein neues Medikament erprobt. Das kann bei Patienten mit metastasierten Krebserkrankungen, deren Tumor ein bestimmtes Merkmal aufweist, wirksam sein kann.

Universitätsklinikum Essen am 12.08.19

Prof. Dr. Martin Schuler vom Universitätsklinikum Essen.

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 16.000 Menschen an Blasenkrebs. Meist handelt es sich um oberflächliche Tumore, die minimal invasiv entfernt werden können. Bei fortgeschrittener Erkrankung kann eine Blasenentfernung erforderlich werden. Bei einem Teil der Patienten bilden sich Metastasen aus, die dann schwer zu behandeln sind. Chemotherapie und Immuntherapien können helfen, aber die Mehrzahl der Patienten verstirbt an der Erkrankung.

Jetzt hat eine internationale Wissenschaftlergruppe unter Leitung von Prof. Dr. Martin Schuler vom Universitätsklinikum Essen und Standortsprecher des Deutschen Krebskonsortiums (DKTK) in Zusammenarbeit mit der Firma Bayer ein neues Medikament erprobt. Rogaratinib kann bei Patienten mit metastasierten Krebserkrankungen wirksam sein, deren Tumor ein bestimmtes Merkmal aufweist: Etwa bei 50 Prozent Patientinnen und Patienten mit metastasiertem Blasenkrebs findet sich eine Aufregulation von FGFR, aber auch andere Krebserkrankungen wie Lungenkrebs können dieses Merkmal – wenn auch seltener – aufweisen.

Die Wissenschaftler berichten aktuell in der international führenden Fachzeitschrift Lancet Oncology über ihre „Phase I“-Studie zum Nachweis der Sicherheit und Wirksamkeit von Rogaratinib. „Mit dieser Studie konnten wir erstmalig zeigen, dass Rogaratinib bei Patienten mit metastasiertem Blasenkrebs mit hoher Wahrscheinlichkeit wirkt, wenn die Voruntersuchung des Tumorgewebes eine Aufregulation von FGFR zeigt“, erklären Dr. Heike Richly und Prof. Martin Schuler, die am Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) der Universitätsmedizin Essen die Studie durchgeführt haben.

„Diese Entwicklung erweitert die vielfältigen Behandlungsangebote für Patienten mit Blasenkrebs, die wir am Universitätsklinikum Essen vorhalten“, ergänzen Prof. Boris Hadaschik, Direktor der Klinik für Urologie, und Prof. Viktor Grünwald, Carolus-Professor für Interdisziplinäre Uroonkologie, die Ansprechpartner der Universitätsmedizin Essen für Patientinnen und Patienten mit Blasenkrebs.

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