Wir können Gesundheit

Perilla- und Salbei-Kräutertees wirken antiviral gegen SARS-CoV-2

Vorveröffentlichung zu Zellkulturversuchen

Universität Duisburg-Essen am 02.12.20

Auch wenn Impfungen gegen SARS-CoV-2 wahrscheinlich bald verfügbar sein werden, wird es noch einige Zeit dauern, bis genügend geimpfte und genesene Personen vorhanden sind, um eine Herdenimmunität aufzubauen. Bis dahin könnten – neben den unerlässlichen AHA+L+C-Maßnahmen (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken, Lüften und Corona-App) – möglicherweise auch andere Mittel einen Beitrag leisten. Ein Forschungsteam der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen hat nun eine Studie eingereicht, in der es in Laborversuchen in Zellkultur eine effektive antivirale Wirkung von Perilla- und Salbei-Kräutertees zeigen. Eine Untersuchung der Wirksamkeit dieser Kräutertees im Menschen, z.B. in klinischen Studien, steht allerdings noch aus.

Sie haben die weltweit verbreiteten Kräuter Salbei und Perilla aus der Familie der Lippenblütler untersucht, die häufig als Kräutertees getrunken werden – insbesondere bei gesundheitlichen Beschwerden. „Der antivirale Effekt, den wir beschreiben, ist derzeit nur in vitro untersucht worden, also an tierischen und menschlichen Zellen in Zellkultur. Ob diese Kräutertees auch bei Patientinnen und Patienten wirken, wissen wir noch nicht“, betont Dr. Vu Thuy Khanh Le-Trilling vom Institut für Virologie des Universitätsklinikums Essen. Aber die ersten Ergebnisse klingen vielversprechend, denn schon nach einer 30-minütigen Behandlung der Zellen mit Salbei- und Perilla-Tee waren starke antivirale Effekte zu beobachten. Das Forscherteam hat in seinen Experimenten die Tees in Konzentrationen zugesetzt, die dem üblichen Konsum (z.B. in Teebeuteln) entsprechen und konnte beobachten, dass sich die Viren nur noch sehr eingeschränkt vermehren konnten.

„Selbstverständlich kann und darf der Konsum von solchen Kräutertees die absolut gebotene Vorsicht, das Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln, Impfungen oder klinisch zugelassene Medikamente auf keinen Fall ersetzen. Angesichts ihrer kostengünstigen und universellen Verfügbarkeit könnten sie jedoch möglicherweise dazu beitragen, einen Teil der Härte und des Leidens der COVID-19-Pandemie zu verhindern oder zu lindern – insbesondere in ärmeren Regionen der Welt mit begrenzten Ressourcen in den Gesundheitssystemen“, erklärt Prof. Dr. Mirko Trilling, Arbeitsgruppenleiter am Institut für Virologie.

Wie bei Befunden zu SARS-CoV-2 und COVID-19 üblich, hat das Forscherteam die Studie kürzlich in das Online-Archiv biorxiv (ausgesprochen: Bioarchive) geladen. Durch diese Art der Vorab-Veröffentlichung können sie ihre Erkenntnisse der weltweiten wissenschaftlichen Gemeinschaft sofort zur Verfügung stellen und unmittelbar Rückmeldung erhalten. Nach diesem Prozess werden die Studien bei wissenschaftlichen Journalen eingereicht und der Peer-Review Prozess gestartet.

Link zur Studie: „Universally available herbal teas based on sage and perilla elicit potent antiviral activity against SARS-CoV-2 in vitro

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