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Blutstammzellen machen Hirntumoren aggressiver

Krebsstudie liefert Ansätze für neue Immuntherapien

Universität Duisburg-Essen am 28.06.21

Forschende der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) haben einen der aggressivsten Hirntumoren untersucht und dort erstmals Stammzellen des blutbildenden Systems entdeckt. Das Team des DKTK-Partnerstandorts Essen/Düsseldorf fand heraus, dass die Blutstammzellen in sog. Glioblastomen eine Teilung von Krebszellen fördern und die Immunabwehr gegen den Tumor unterdrücken. Ihre Entdeckung könnte helfen, dass wirksamere Immuntherapien gegen Hirntumoren entwickelt werden. Die Studie ist in Nature Communications publiziert. Das Vorhaben wurde von der Wilhelm Sander-Stiftung und der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Ein Glioblastom ist ein Hirntumor mit einem zumeist tödlichen Verlauf. Selbst bestmöglichen Behandlungen kann sich ein Glioblastom widersetzen. Auch Immuntherapien, die bei anderen Krebsarten Erfolge erzielen, schlagen nicht an. Die Ursachen sind bis heute nicht eindeutig geklärt.

Das Team um Krebsforscher Dr. Igor Cima und Prof. Dr. Björn Scheffler, DKTK-Professor für Translationale Onkologie am Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) des Universitätsklinikums Essen (UK Essen), untersuchte Proben von Glioblastomen und von gesundem Gehirngewebe. Zu ihrer Überraschung entdeckten sie in allen Proben von bösartigen Tumoren Stammzellen und Vorläuferzellen des blutbildenden Systems. In gesunden Gewebeproben war dieser Zelltyp nicht nachweisbar. Noch erstaunlicher war die Beobachtung, dass diese Blutstammzellen das Immunsystem unterdrücken und das Tumorwachstum befeuern.

Die Wissenschaftler:innen untersuchten mehrere hundert Gewebeproben von Glioblastom-Patient:innen. Ergebnis: Je mehr Blutstammzellen ein Tumor enthielt, desto mehr immunsuppressive Botenstoffe wurden ausgeschüttet, desto mehr immunbremsende Marker bildeten die Krebszellen – und desto geringer war das Gesamtüberleben der Betroffenen.

Zudem verglich das Team in Kooperation mit Prof. Dr. Ulrich Sure, Direktor der Klinik für Neurochirurgie am UK Essen, gesunde mit kranken Zellen. Durch die Sequenzierung der Genexpression von 660 individuellen Zellen aus vitalem Tumorgewebe konnten Profile erstellt und mit Zellen aus gesundem Knochenmark und Blut verglichen werden. Am Ende steht eine Analyse, die aufzeigt, wie tumorfördernde Zellpopulationen künftig unschädlich gemacht werden könnten.

Link zur Originalpublikation: https://www.nature.com/articles/s41467-021-23995-z
„Tumor-associated hematopoietic stem and progenitor cells positively linked to glioblastoma progression“

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