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Covid-19 – So wichtig ist eine dritte Impfung für Dialysepatienten

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 8. Dezember 2021

Die dritte Corona-Schutzimpfung, die sogenannte Booster-Impfung, ist gegenwärtig in aller Munde. Seit Mitte November empfiehlt sie die Ständige Impfkommission (STIKO) für alle ab 18 Jahren, für gefährdete Gruppen bereits seit Anfang Oktober. Zu diesen gehören auch Dialysepatienten, die allgemein ein schwächeres Immunsystem haben. Oft bilden sie nach einer Infektion mit oder Impfung gegen Covid-19 gar keine Antikörper. Ausgerechnet diese Gruppe chronisch kranker Menschen zeigt aber schwere Verläufe. Forscher des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum haben untersucht, inwiefern eine dritte Impfung Dialysepatienten vor einer Ansteckung schützt. Die Ergebnisse veröffentlichte das Forschungsteam in der renommierten Fachzeitschrift „Kidney International“.

Dialysepatientienten profitieren von einer dritten Impfung: Das ist das Ergebnis der Studie des Forschungsteams um Prof. Dr. Timm Westhoff, Direktor der Medizinischen Klinik I (im Bild) und Prof. Dr. Nina Babel, Leiterin des Centrums für Translationale Medizin, Immunologie und Transplantation des Marien Hospital Herne.

atienten könnten von einer dritten Impfdosis profitieren – egal, ob sie nach der zweiten Impfdosis eine bereits eine gute Impfantwort hatten oder nicht. Das zeigen die Ergebnisse der Studie, die das Team des Centrums für Translationale Medizin zusammen mit weiteren Forschern aus Deutschland und der Schweiz durchführte. Die Daten des Forschungsteams unterstützen somit die Empfehlung der Ständigen Impfkommission, die insbesondere Menschen mit eingeschränkter Immunität – und somit auch Dialysepatienten – eine dritte Impfung empfiehlt.

Einblicke in das Immunsystem

Sowohl nach überstandener Erkrankung als auch nach einer Impfung baut der Körper ein Schutzgedächtnis auf. Bei einem erneuten Kontakt mit demselben Erreger, weiß das Immunsystem bereits was zu tun ist und verhindert eine erneute Infektion, zum Beispiel mit Covid-19. „Vereinfacht dargestellt beruht die spezifische Immunität auf Antikörpern, die eine Infektion verhindern, und Killerzellen“, erklärt Prof. Dr. Nina Babel, Leiterin des Centrums für Translationale Medizin, Immunologie und Transplantation des Marien Hospital Herne. Für die Studie entwickelte sie mit ihrem Team eine Technik, die einen Einblick in den Zustand des Immunsystems erlaubt. Dazu bestimmen die Forschenden sozusagen im Reagenzglas, ob ein Mensch funktionierende Antikörper und Immunzellen gegen einen bestimmten Erreger aufbaut. An der Studie nahmen 23 Dialysepatienten teil, die nach einer zweiten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff gegen Covid-19 nur eine eingeschränkte Impfantwort gezeigt hatten. Alle erhielten eine dritte Impfung. 20 von ihnen entwickelten eine ausreichend große Menge an Antikörpern und eine Killerzell-Antwort gegen das Coronavirus. Killerzellen können infizierte Zellen erkennen und abtöten.

Außerdem untersuchte das Forschungsteam 25 Patienten, deren Immunsystem nach einer zweiten Impfung bereits hohe Mengen von Antikörpern und Killerzellen gebildet hatte. Die Forschenden verglichen die Immunantwort dieser sogenannten Impf-High-Responder nach der zweiten Impfung mit der Immunantwort der dreifach geimpften Patienten, die auf die zweite Impfung nur wenig angesprochen hatten (Impf-Low-Responder). „Interessanterweise war die Immunantwort der High-Responder nach der zweiten Impfung deutlich geringer als die Impfantwort der Low-Responder nach der dritten Impfung – und zwar nicht nur gegen die Wildtyp-, sondern auch gegen die Deltavariante“, betont Prof. Dr. Timm Westhoff, Direktor der Medizinischen Klinik I des Marien Hospital Herne. Aus den Ergebnissen lässt sich schließen, dass auch Menschen, die bereits nach der zweiten Impfung eine gute Immunantwort hatten, von einer Booster-Impfung profitieren könnten.

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