Gesundheitsmetropole Ruhr Tourbook online

Projekt zur Gesundheitsförderung in Kitas abgeschlossen

Starke Netzwerke, starke Familien

Hochschule für Gesundheit am 26. September 2023

Die COVID-19 Pandemie zu Beginn des Projektes war eine Herausforderung. Trotzdem wurden Angebote wie Bewegungsparcours, Eltern-Kind-Yoga, Stadtteilspaziergänge oder gemeinsam erstellte Kochbücher am Ende partizipativ umgesetzt.

Tobias Urmoneit (Falkenkinder), Marcel Schneider (Regenbogen), Maja Kuchler (HS Gesundheit), Steffi (Falkenkinder), Veronika Yar (transfer e.V.), Marie Rauscher (HS Gesundheit) (v.l.) > Foto: HS Gesundheit
Tobias Urmoneit (Falkenkinder), Marcel Schneider (Regenbogen), Maja Kuchler (HS Gesundheit), Steffi (Falkenkinder), Veronika Yar (transfer e.V.), Marie Rauscher (HS Gesundheit) (v.l.), Foto: HS Gesundheit

Starke Netzwerke, starke Familien – mit diesem Ziel startete im Januar 2020 das vom Bundesministerium für Gesundheit geförderte Praxisforschungsprojekt „NetFami“. Im Projekt wurden bundesweit neun Einrichtungen (Kitas oder Familienzentren) bei der partizipativen Gestaltung von Gesundheitsförderung mit Familien im Sozialraum unterstützt. Forscher*innen der Hochschule für Gesundheit in Bochum (HS Gesundheit) haben das Projekt wissenschaftlich begleitet, für die Koordination war der Jugendhilfeträger transfer e.V. aus Köln zuständig.

Zu Beginn des Projektes, das nun nach dreijähriger Laufzeit mit Abschlussfesten in den Regionen der beteiligten Einrichtungen zu Ende ging, wurden Fachkräfte und Einrichtungsleitungen zum Thema Partizipation geschult. Anschließend wurden gemeinsam mit Familien und Netzwerkpartner*innen Bedarfe und Bedürfnisse einrichtungsspezifisch identifiziert und Planungsprozesse zur Entwicklung von gesundheitsfördernden Maßnahmen initiiert. „Die Partizipation der Familien und die Vernetzung der Akteur*innen im Sozialraum der Kitas sollen dazu beitragen, dass Gesundheitsförderung gleichermaßen alle Familien erreicht und Partizipation langfristig als methodisches Handeln in den Alltag der beteiligten Einrichtungen integriert wird“, beschreibt Prof.in Dr.in Eike Quilling, Vizepräsidentin für Forschung und Transfer der HS Gesundheit, den Hintergrund des Projektes.

„Die COVID-19 Pandemie direkt zu Projektbeginn war eine große Herausforderung“, berichtet Oliver Schmitz von transfer e.V. „Auch im weiteren Verlauf war der Regelbetrieb durch Schließungen, Kontaktbeschränkungen und Krankheitswellen immer wieder stark eingeschränkt. Dennoch sind sechs Einrichtungen am Ball geblieben und haben gemeinsam mit Eltern und zum Teil auch Netzwerkpartner*innen Maßnahmen geplant und umgesetzt.“ Gleichzeitig wurde im Projekt deutlich, dass die Entwicklung einer Partizipationskultur ein langwieriger Prozess ist und es dafür zusätzlicher zeitlicher und personeller Ressourcen in den Einrichtungen bedarf.

Die im Rahmen von „NetFami“ entstandenen Angebote sind ganz unterschiedlich. Bei vielen Einrichtungen ging es zunächst darum, nach dem ersten Lock Down wieder miteinander in Kontakt zu kommen, weswegen Sommerfeste (zum Beispiel mit Bewegungsparcours oder gemeinsamer Kochaktion) veranstaltet wurden. Aber auch Eltern-Kind-Yoga, Stadtteilspaziergänge und Kochbücher wurden zusammen mit den Beteiligten geplant.

Tobias Urmoneit, Einrichtungsleitung vom Familienzentrum Falkenkinder in Marl, beschreibt: „Durch die Teilnahme am Projekt haben wir es geschafft, trotz Corona etwas hier in der Einrichtung auf die Beine zu stellen. NetFami hat uns in der Zeit der Pandemie einen Impuls gegeben, mehr zu machen, als man sich hätte vorstellen können.“ Steffi, eine Mutter, die von Beginn an mit im Projekt aktiv war, hebt besonders zwei Faktoren hervor, die zum Gelingen des Projektes beigetragen haben: „Damit Eltern in solchen Kitaprojekten mitmachen können, ist es besonders wichtig, auch die Geschwisterkinder mit zu betreuen und familienfreundliche Zeitfenster zu wählen.“ Marcel Schneider, Einrichtungsleitung der Kita Regenbogen in Recklinghausen, ergänzt: „Ich finde das Thema Resilienz besonders wichtig. Während der Pandemie hat sich gezeigt, dass Menschen an ihre psychischen Grenzen geraten können, weshalb es uns wichtig ist, die Kinder und Familien auch emotional durch entsprechende Angebote zu unterstützen.“

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