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Zweiter mediTalk im Klinikum Dortmund zur Endoprothetik

Mit künstlichem Gelenke schnell wieder auf die Beine kommen

Klinikum Dortmund gGmbH am 20. Dezember 2023

Das Thema Gelenkersatz beschäftigt viele Menschen in unserer älter werdenden Gesellschaft. Entsprechend gut besucht war der Vortrag von Prof. Dr. Christian Lüring, Direktor der Klinik für Orthopädie, zu modernem und minimalinvasivem Gelenkersatz im Klinikum Dortmund. Bei dieser zweiten Veranstaltung der öffentlichen Vortragsreihe mediTalk war die Magistrale im Klinikum Mitte komplett besetzt. Weit mehr als 100 Besucherinnen und Besucher verfolgten die Schilderungen von Prof. Lüring zum minimalinvasiven Ersatz von Knie- und Hüftgelenken. Der Direktor der Orthopädischen Klinik erklärte, was zeitgemäßen, modernen Gelenkersatz ausmacht und wie er am Klinikum Dortmund umgesetzt wird.

Zunächst ging es um die Frage, warum überhaupt ein künstliches Gelenk nötig wird – und damit um das Thema Arthrose –„eine Volkskrankheit“, wie Prof. Lüring sagte. „Ab dem 50. Lebensjahr leiden 50 Prozent der Menschen und arthrosebedingten Beschwerden.“ Betroffene könnten zunächst selbst einiges tun. Gesunde Ernährung, Bewegung und der Abbau von Übergewicht könnten die Beschwerden deutlich reduzieren. Auch Orthesen zur äußeren Stabilisierung bei besonderer Belastung und gut dämpfende Schuhe würden helfen.

Prof. Christian Lüring bei der mediTalk-Veranstaltung in der Magistrale des Klinikums (Foto: Marina Giritsch/Klinikum Dortmund)

Doch wann ist der Zeitpunkt für ein Implantat gekommen? „Wenn man sozusagen auf der Felge fährt“, so Prof. Lüring; das heißt, wenn der Knorpel aufgebraucht ist und Knochen auf Knochen reibt. Die Entscheidung sei jeweils individuell zu treffen und werde durch eingehende Patienteninformation begleitet.

Die ehemals aufwendigen Operationen mit langer Genesungszeit werden heute mit vier bis fünf Tagen Krankenhausaufenthalt und anschließender – auch ambulant realisierbarer – Reha durchgeführt. „Patientinnen und Patienten kommen viel schneller wieder auf die Beine“, so Prof. Lüring. Möglich sei das unter anderem durch neue OP-Techniken mit moderner Narkose- und Schmerzbehandlung, bei der lokal verabreichte Schmerzmedikamente das Einprägen des Schmerzes ins Schmerzgedächtnis verhindern. Auf Drainagen wird möglichst verzichtet, Muskeln werden nicht verletzt und Blutstiller wirken im neuen Gelenk und halten die Schwellung in Grenzen.

Das alles führt dazu, dass die Menschen bereits am Tag der Operation die ersten Schritte gehen, am ersten bis zweiten Tag Treppe steigen und nach wenigen Tagen entlassen werden können. Prof. Lüring und sein Team im Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung sind ausgewiesene Experten. „Alle Operateurinnen und Operateure führen mindestens 100 Implantat-OPs pro Jahr durch. Und was man oft macht, das kann man auch gut. Über die Zertifizierung des Endoprothetikzentrums müssen wir Strukturvoraussetzungen und klare Abläufen nachweisen, dadurch ist unsere Qualität besser.“

Diese Erkenntnisse machten den mediTalk-Gästen – darunter viele Betroffene – Mut. Sie nutzten die Gelegenheit, sich mit speziellen Fragen an Prof. Lüring zu wenden. Dabei ging es unter anderem um Teilprothesen, um den Einsatz von Hyaluronsäure im Kniegelenk und um verschiedene Methoden der Prothesenverankerung.

Beim nächsten mediTalk am Mittwoch, 10. Januar 2024, 18 Uhr, geht es um Babys. Prof. Dr. Dominik Schneider, Direktor der Klinik für Kinder –und Jugendmedizin, stellt eine „Kurzanleitung für das erste Lebensjahr“ vor.

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