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Neues Buch untersucht Konzept der Gesundheitskioske

Autor*innen aus Wissenschaft und Praxis informieren über Schritte zum Aufbau und zeigen die Bandbreite der verschiedenen Ansätze auf

Hochschule für Gesundheit am 9. Februar 2024

< Die Autor*innen Heike Köckler, Michael Wessels, Helmut Hildebrandt und Anne Roll (v.l.) > Foto: HS Gesundheit

Versorgungslücken schließen, Prävention und Gesundheitsförderung stärken, Gesundheitskompetenz fördern – das sind Ziele, die mit Gesundheitskiosken erreicht werden sollen. Menschen werden dort niedrigschwellig in Fragen rund um Gesundheit und ihre soziale Situation beraten. Die Bundesregierung plant im Rahmen eines Gesetzes den Aufbau dieser Anlaufstellen, vor allem in Regionen mit einem hohen Anteil an vulnerablen Bevölkerungsgruppen. Den Ansatz haben Forscher*innen der Hochschule für Gesundheit (HS Gesundheit) nun in ihrem Buch „Gesundheitskiosk. Konzepte, Erfahrungen und Perspektiven“ gemeinsam mit Dr. h.c. Helmut Hildebrandt, dem Vorstand der OptiMedis AG, einem Unternehmen für Management, Forschung und Analytik, das 2017 das Konzept des bundesweit ersten Gesundheitskiosks in Hamburg gemeinsam mit Partnern erarbeitet hat, wissenschaftlich untersucht.

„Gesundheitskioske stellen ein innovatives Angebot im Gesundheitsbereich dar, da sie den Zugang zu Versorgung, Prävention und Gesundheitsförderung insbesondere für solche Menschen erhöhen, die sich mit Zugangsbarrieren konfrontiert sehen“, sagt Prof. Dr. Heike Köckler, Erstautorin der Publikation. „Zugangsbarrieren können in der Kenntnis des Gesundheitssystems, Sprachkompetenz oder den fehlenden gesundheitsbezogenen Angeboten in der unmittelbaren Wohnumgebung liegen.“ In dem Buch wird die Vielfalt der aktuellen Ansätze aus einer gesundheitsökonomischen, sozialräumlichen und pflegerischen Perspektive vor dem Hintergrund eigener Erfahrung bei der Implementierung von Kiosken beschrieben. „Beim Aufbau eines Gesundheitskiosks gibt es keine einfachen Lösungen von der Stange“, betont Helmut Hildebrandt. „Vielmehr muss immer eine spezifische Lösung am jeweiligen Ort entwickelt werden, weil die Bedarfe oftmals sehr verschieden sind. Außerdem ist es wichtig, bereits bestehende Strukturen einzubeziehen.“

Die neue Publikation liefert allen Interessierten Grundlagen für die Modellierung und Implementierung von Gesundheitskiosken, zeigt Modelle von Gesundheitskiosken in ländlichen wie städtischen Regionen auf und bezieht immer die Perspektive von Autor*innen mit Praxiserfahrung in der Umsetzung von lokalen Gesundheitskiosken mit ein.

Auch im Studium an der HS Gesundheit wird das Thema Gesundheitskioske zukünftig eine noch größere Rolle spielen. „Wir werden ab dem kommenden Wintersemester in unserem berufsbegleitenden Bachelorstudiengang Gesundheit und Sozialraum einen Wahlbereich mit dem Fokus Versorgungsdesign anbieten“, kündigt Prof. Dr. Michael Wessels, Mitautor des Buches und Dekan des Departments of Community Health, an. „Hiermit möchten wir unter anderem Menschen adressieren, die Gesundheitskioske entwickeln und betreiben.“

Heike Köckler, Anne Roll, Michael Wessels, Helmut Hildebrandt: Gesundheitskiosk. Konzepte, Erfahrungen und Perspektiven. Springer Fachmedien Wiesbaden, 51 Seiten.
ISBN 978-3-658-43665-0

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