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Depressiv? Computer können helfen

Neue E-Health-Behandlung für Depression in der deutsch-niederländischen Grenzregion verfügbar

LVR-Klinikum Essen am 07.07.16

Die Medizinische Fakultät der Radboud Universität in den Niederlanden hat – in enger Zusammenarbeit mit Universitäten in den USA – eine neue computergestützte Behandlung der Depression entwickelt, die „CBM-Memory“ genannt wird. Depression zählt zu den häufigsten und sehr beeinträchtigenden psychischen Störungen. Sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden sind viele Menschen davon betroffen. Es gibt zwar gute Behandlungsmöglichkeiten auf Grundlage von psychologischen Therapien und Medikamenten, diese sind jedoch teuer und aufwändig. CBM-Memory hingegen ist ein kostengünstiger und einfacher Weg, um Menschen mit Depression zu behandeln.

Die CBM-Memory-Behandlung wurde als eine zusätzliche Behandlungsform entwickelt. Sie kann in Ergänzung zu den sonst üblichen Behandlungen angewendet werden, um eine Linderung der Symptome betroffener Menschen zu erreichen. Da CBM-Memory computergestützt aufgebaut ist, können Betroffene die Behandlung selbständig durchführen und erhalten dadurch eine einfache und kostengünstige Hilfe zur Selbsthilfe.

Unter dem Projekttitel „Depressionsbehandlung aus der Ferne“ steht die CBM-Memory-Behandlung nun psychiatrischen Kliniken der deutsch-niederländischen Grenzregion zur Verfügung und wird von einer interdisziplinären Forschungsgruppe aus Psychiatern sowie experimentellen und klinischen Psychologen unter der Leitung von Dr. Janna N. Vrijsen, Prof. Dr. Indira Tendolkar und PD Dr. Bernhard Müller evaluiert. Das Projekt wird an der psychiatrischen Klinik der medizinischen Fakultät der Radboud Universität Nimwegen (Direktor Prof. Dr. Aart H. Scheene), im LVR-Klinikum Essen an der medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (Direktor Prof. Dr. Norbert Scherbaum) und in der LVR-Klinik Bedburg-Hau (Komm. Direktion D. Maliszewski-Makowka und H. Reinarzt) durchgeführt. Zudem plant die Forschungsgruppe, eine CBM-Memory-Anwendung für Mobiltelefone zu entwickeln. Eine solche Anwendung würde aktuell wie auch früher an einer Depression erkrankten Menschen eine Behandlung zu Hause ermöglichen.

Das Projekt mit dem Titel „Depressionsbehandlung aus der Ferne“ ist Teil des INTERREG-Förderprogramms Deutschland-Niederlande und wird von der Europäischen Union, dem Ministerium für Wirtschaft, Energie, Industrie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW sowie von den niederländischen Provinzen Gelderland und Limburg finanziert.

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