Wir können Gesundheit

Sandhya Küsters wird über Landesprogramm gefördert

Hochschule für Gesundheit am 27.09.18

Wissenschaftlerin Dr. Sandhya Küsters wird über das NRW-Landesprogramm ‚Karriereweg FH-Professur‘ gefördert. Foto: hsg

Die Wissenschaftlerin Dr. Sandhya Küsters wird drei Jahre lang im Rahmen des NRW-Landesprogramms ‚Karriereweg FH-Professur‘, das vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft getragen wird, gefördert. Seit April 2018 arbeitet Küsters als wissenschaftliche Mitarbeiterin sowohl im Department of Community Health der Hochschule für Gesundheit (hsg Bochum) als auch im Bereich Altenhilfe bei der Caritas. Das Landesprogramm fördert besonders qualifizierte Nachwuchswissenschaftler*innen auf dem Weg zur FH-Professur, indem es diese dabei unterstützt, notwendige Berufserfahrung außerhalb der Hochschule zu sammeln. Mit Hilfe des Programms sollen zudem Forschung und Lehre eng mit der Praxis verzahnt werden.

„Ich freue mich sehr mit Frau Dr. Küsters eine ausgezeichnete Nachwuchswissenschaftlerin im Team des Department of Community Health halten zu können. Gleichzeitig bietet dieses Programm die Möglichkeit im Sinne einer Wissenszirkulation zwischen Praxis und Forschung das Thema der interkulturellen Öffnung im Gesundheitsweisen in direkter Anbindung an einen Praxispartner kompetent bearbeiten zu können“, sagte Prof. Dr. Heike Köckler, Dekanin des Departments of Community Health.

„Aktuell bin ich mit einer halben Stelle bei der Caritas in Essen in der Altenhilfe tätig und mit einer viertel Stelle im Department of Community Health an der hsg Bochum. Die Zielgruppe Senior*innen ist für mich ein neues Feld, das ich, gerade im Hinblick auf die Berücksichtigung dieses Merkmals von Diversity, sehr spannend finde. Die ‚Interkulturelle Öffnung‘ von Angebots- und Versorgungsstrukturen bleibt an beiden Arbeitsorten mein thematischer Schwerpunkt“, erklärte Sandhya Küsters.

Die ersten Wochen standen ganz im Zeichen des Kennenlernens und Einarbeitens. Sandhya Küsters besuchte verschiedene Einrichtungen der Caritas und lotete aus, in welchen Einsatzgebieten sie mit ihrer Kompetenz ansetzen und unterstützen kann. Einmal wöchentlich besucht sie beispielsweise eine Alten- beziehungsweise Pflegeeinrichtung und arbeitet mit den Mitarbeiter*innen zum Thema Burn-Out Prävention. Gleichzeitig entwickelt sie Fragestellungen, die sie als Expertin im Bereich ‚Interkulturelle Öffnung‘ untersuchen könnte. In dieser Einrichtung trifft sie regelmäßig auf ein multikulturell gemischtes Team und wird nun zum Thema ‚Mitarbeiterzufriedenheit‘ und ‚Alltagsrassismus‘ forschen.

Als zweite Säule zählt sie ein Projekt in der offenen Seniorenarbeit auf, das sie seit Juli 2018 leitet. Küsters: „Gemeinsam mit der Gemeinde St. Gertrud, die ein Seniorencafé in der Essener Innenstadt anbietet, werde ich untersuchen, warum in einem Bereich in Essen, in dem es einen hohen prozentualen Anteil an Migrant*innen gibt, so wenig Migrant*innen das Angebot des Cafés nutzen. Welche Angebote werden etwa in religiösen Migrantengemeinden (zum Beispiel in Kirchen-/ Moschee-/ Tempelgemeinden) selbst für diese Menschen im Alter erbracht? Welche Art der Zusammenarbeit zwischen der Caritas und den Gemeinden macht Sinn und bietet einen passenden Rahmen, mehr voneinander erfahren? Mit dieser Art von Fragen werden wir forschend in an dem Projekt interessierte Migrantengemeinden gehen, um in intensiven Kontakt zu kommen“.

Ihre Vorgesetzte an der hsg Bochum ist Prof. Dr. Heike Köckler, Dekanin des Department of Community Health der Hochschule. Bei der Caritas ist Thomas Schubert, Bereichsleiter für Altenhilfe beim Caritasverband für die Stadt Essen, ihr Chef: „Die Caritas ist interreligiös und interkulturell tätig. Die umfassende Unterstützung im Alter ist der Caritas ein besonderes Anliegen. Frau Dr. Küsters kann wichtige Beiträge dazu liefern, wie kulturellen Unterschieden in der Essener Gesellschaft begegnet und welche neuen Wege in der Betreuung und Versorgung der hilfebedürftigen Menschen durch die Caritas erprobt werden sollen.“

Sandhya Küsters hat sich vorgenommen, zu den verschiedenen Fragestellungen vor Ort, den wissenschaftlich neuesten Stand zu recherchieren und in die einzelnen Institutionen hineinzutragen.

„Im Laufe des Jahres werde ich zu den Themen, zu denen die Einrichtungen Bedarfe geäußert haben, Konferenzen und Veranstaltungen besuchen und dann vor Ort referieren. Andere Themen kann ich direkt an der hsg Bochum recherchieren, aufarbeiten und einbringen. Im Gegenzug profitiert natürlich auch die Hochschule von dem Programm. So unterrichte ich beispielsweise im Studiengang ‚Gesundheit und Diversity in der Arbeit‘ im Wintersemester 2018/2019 im Seminar ‚Diversitykompetenz‘, in dem ich wunderbar Daten aus dem Pflegeheim der Caritas nutzen kann. So kann ich Studierende für das Thema ‚Diversity in Betrieben und in Konzepten des betrieblichen Gesundheitsmanagements‘ sensibilisieren und kompetent machen“, sagte Küsters.

Um genau solche Synergieeffekte gehe es, betonte Heike Köckler mit Verweis auf die Ziele des Landesprogramms. „Wir konnten schon in den ersten Wochen feststellen, dass wir als Hochschule sehr von dieser Zusammenarbeit profitieren. Meine Kollegin Frau Prof. Dr. Christiane Falge und ich sorgen als Mentorinnen dafür, dass Frau Küsters entsprechend der Richtlinien im Programm gefördert wird und genau das umsetzt, was erwartet wird. Gemeinsam haben wir einen Drei-Jahres-Plan aufgestellt. Am Ende werden wir die Entwicklung in einem Gutachten festhalten“, erläuterte sie.

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