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40 Jahre Anlaufstelle für Menschen in der Krise

Krisenzentrum in Hörde bietet schnelle Hilfe ohne Hürden

Klinikum Westfalen – Knappschaftskrankenhaus Dortmund am 08.11.18

(v.l.): Simon Koch (Leiter Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund, h.), Birgit Zoerner (Stadträtin, v.), Gerda Kieninger (AWO und Beirat Klinikum Westfalen, v.), Johannes Ketteler (Leiter des Krisenzentrums, h.), Michael Kleinschmidt (Geschäftsführer des Klinikums Westfalen), Dr. Thomas Finkbeiner (Chefarzt Psychiatrie und Psychotherapie am Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund), Rolf Glaser, Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises des Krisenzentrums

Eine Zuspitzung persönlicher Lebenskrisen folgt keinen Gesetzmäßigkeiten. Erste Antworten darauf sind nicht planbar und können nicht warten. Seit 40 Jahren bietet das Krisenzentrum in Hörde unbürokratisch schnelle Hilfe und bahnt den Weg zu multiprofessioneller Unterstützung für Betroffene. Dieses Jubiläum sollte Anlass sein, mit einer Geburtstagsveranstaltung für Verständnis zu werben für die Betroffenen und für die Hilfsstrukturen.

1978 wurde das Krisenzentrum Dortmund in Hörde gegründet als Anlaufstelle für Menschen, denen in einer Krise der Suizid als mögliche Konsequenz droht. „Menschen haben Krisen, Dortmund hat ein Krisenzentrum“, betonte Johannes Ketteler als Leiter des Krisenzentrums. Bis heute entwickelte sich das Zentrum weiter und will Dortmunder Bürgern ohne Vorbedingungen und Hürden eine erste psychische Hilfe anbieten und sie dabei unterstützen, sich zu orientieren und weiterführende Unterstützung zu finden.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung zum 40-jährigen Bestehen des Krisenzentrums am 7. November stand der Dank für die dort geleistete Arbeit. Grußworte steuerten dazu Michael Kleinschmidt, Geschäftsführer des Klinikums Westfalen, Birgit Zoerner, Stadträtin und Dezernentin bei der Stadt Dortmund sowie Rolf Glaser, Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises des Krisenzentrums bei. In einem Fachvortrag zum Thema „Die psychosozialen Kosten des gesellschaftlichen Dauerwandels“ ging Prof. Dr. Heidi Möller von der Universität Kassel auf die Fragen ein: Was bedeuten die zunehmende Komplexität und Dynamik in unserer Gesellschaft für den Einzelnen, welche Anpassungsleistungen müssen vollbracht werden? Und was ist mit denen, die nicht Schritt halten können, wer fühlt sich dafür verantwortlich? Prof. Dr. Möller, die aus Dortmund stammt, würdigte aber auch die Leistung des Krisenzentrums und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Oft sind es akute Beziehungskonflikte, persönliche Verluste, erfahrene oder angedrohte Gewalt, traumatische Erlebnisse, Belastungs- und Überlastungssituationen mit psychischen oder psychosomatischen Symptomen, Verzweiflung mit Ratlosigkeit und Hoffnungslosigkeit die in eine Krise führen.

Nur zeitnahe Hilfestellung kann Betroffenen das Gefühl vermitteln, wieder handlungsfähig zu werden. Die Verschlimmerung der Situation und eine langanhaltende Krise sollen vermieden werden. Das Angebot ist kostenfrei. Betroffene können sich selbst an das Krisenzentrum wenden. Hausärzte, Polizei und andere Beratungsstellen verweisen an das Krisenzentrum, ebenso die Dortmunder Krankenhäuser.

Ein erstes Gespräch kann oft innerhalb von drei Werktagen nach telefonischer Anmeldung vereinbart werden. Um ausreichend Zeit für ein Gespräch zur Verfügung stellen zu können, erfolgen feste Terminabsprachen. Schweigepflicht ist selbstverständlich, ein erster Kontakt kann auch komplett anonym erfolgen.

Der Verzicht auf Berechnung von Kosten wird ermöglicht durch finanzielles Engagement der Stadt Dortmund, des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe und der Klinikum Westfalen GmbH. Zudem wird die Arbeit des Krisenzentrums durch Spenden unterstützt. Im Klinikum Westfalen wird die Arbeit des Krisenzentrums fachlich begleitet von der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund.

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