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Praxiseinsatz in Indien

Vier Auszubildende der Pflegeschule der St. Elisabeth Gruppe wagten den Sprung ins Unbekannte

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 11.03.20

(v.r.) Gemeinsam mit Sabine Dreßler, Leitung Pflegeschule der St. Elisabeth Gruppe, arbeiten die Auszubildenden Melina Schirra, Celina Linke und Anette Albeluhn an der Nachbereitung ihres Praxiseinsatzes in Indien.

Ende 2019 brachen vier Auszubildende zusammen mit Sabine Dreßler, Leitung der Pflegeschule der St. Elisabeth Gruppe, nach Indien auf. In dem Ort Kothamangalam absolvierten sie einen dreiwöchigen Praxiseinsatz im St. Joseph Hospital. Während ihrer Zeit in Indien konnten die Teilnehmerinnen viel für ihren Berufsalltag in Deutschland dazu lernen.

Arbeitsalltag in einer fremden Kultur

Zu Beginn ihres Praxiseinsatzes wurden die vier Auszubildenden aus Deutschland herzlich von ihren neuen Kollegen begrüßt. „Wir standen am ersten Tag sehr im Mittelpunkt. Alle haben sich gefreut, uns kennen zu lernen“, berichtet Melina Schirra. Untergebracht wurde die Gruppe in freistehenden Patientenzimmern direkt im Krankenhaus. Geduscht wurde mit einem Eimer Wasser – meistens kalt. Das war natürlich eine Umgewöhnung zur warmen Dusche zuhause. Nach einer Woche hatten sich die jungen Frauen aber schon richtig eingelebt. „Man wusste: ich geh jetzt zur Arbeit“, so Melina Schirra weiter. Im Laufe ihres Aufenthalts rotierten die Auszubildenden zwischen verschiedenen Abteilungen und Fachbereichen. Dabei wurden sie immer von Fachkräften begleitet.

Pflegesituation vor Ort

Da die Grundpflege, wie wir sie hier kennen, in Indien von den Angehörigen der Patienten übernommen wird, entfallen viele in Deutschland typische Aufgaben in der Pflege. Die Aufgaben auf der pädiatrischen Abteilung und Geburtsstation umfassten vor allem die Begleitung von Visiten und Behandlungen. In der Notaufnahme, wo alle Patienten zuerst aufgenommen und dann verteilt werden, konnte Celina Linke mehr mitanpacken. Sie durfte unter anderem Blut abnehmen und Infusionen legen. Unterschiede im Krankenhausalltag zeigen sich auch in der geringen Anzahl der Patienten vor Ort. „Es muss einem einfach klar sein, dass Indien ein anderes Gesundheitssystem hat“, erklärt Sabine Dreßler, Leitung der Pflegeschule. Viele Menschen können sich einen Krankenhausaufenthalt finanziell nicht leisten.

Einfluss auf das Berufsleben in Deutschland

„In dieser Praxisphase war für die Teilnehmerinnen vor allem der Kontakt mit Patienten aus einem anderen Kulturkreis von Bedeutung. Diese Erfahrungen sind auch für ihren Berufsalltag zuhause wichtig, da auch in Deutschland viele Patienten unterschiedliche kulturelle Hintergründe haben“, erklärt Sabine Dreßler. Auch das Thema Wertschätzung lernten die Auszubildenden von einer anderen Seite kennen. Alle neuen Geräte im St. Joseph Hospital wurden gesegnet, wie etwa ein neues EEG-Gerät der pädiatrischen Abteilung. „Kerzen wurden angezündet und es kam extra ein Priester“, berichtet Anette Albeluhn beeindruckt. Die junge Frau erzählt, dass sie nun dankbarer sei für den hohen Standard in deutschen Krankenhäusern und unser Gesundheitssystem. „Durch solche Erfahrungen erkennt man, wie gut es uns hier geht“, bestätigt Dreßler.

Aufbereitung der Erlebnisse

Zur Nachbereitung ihres Praxiseinsatzes arbeiten die Auszubildenden nun ihre Erfahrungen und ihr geführtes Reisetagebuch auf, um diese den anderen Auszubildenden der Pflegeschule vorzustellen. Eine solche berufliche Erfahrung würden alle Teilnehmenden weiterempfehlen, auch aufgrund der großen Gastfreundlichkeit der Menschen vor Ort. „Man muss sich aber klar darüber sein, was einen erwartet“, betont Celina Linke. Dazu gehören unter anderem auch Verständnisprobleme. Anette Albeluhn erzählt schmunzelnd von ihrer anfänglichen Irritation, dass in Indien ein Kopfschütteln nicht „nein“ bedeutet, sondern „ja“.

Das Abenteuer Indien abseits vom Krankenhaus

Neben der Arbeit im Krankenhaus hatte die Gruppe auch Zeit für Freizeitaktivitäten. Außer dem Souvenir-Shopping für die Liebsten zuhause und dem Probieren indischer Köstlichkeiten, standen auch Ausflüge auf dem Programm. Es wurde ein Elefantencamp, eine Teeplantage und verschiedene National Parks besucht. Vor allem die Natur habe ihnen sehr gefallen, berichten die Auszubildenden begeistert.

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