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Positive Worte und Musik während der OP verringern Schmerzen und Opioid-Bedarf

Forschungsteam um Dr. Hartmuth Nowak veröffentlicht Studien-Ergebnisse im „British Medical Journal“

Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum GmbH am 11.12.20

Patienten/innen, die während der Operation unter Vollnarkose per Kopfhörer positive Worte und Musik hören, haben nach dem Eingriff deutlich weniger Schmerzen und benötigen weniger Schmerzmedikamente: Zu diesem Ergebnis kommt ein nationales Forscherteam unter der Leitung von Professor Dr. med. Michael Adamzik am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum in einer jüngst veröffentlichten Studie. Darin konnte nachgewiesen werden, dass diese positiven Beeinflussungen zu mehr Patientenkomfort durch eine Reduktion der Schmerzen und weniger Nebenwirkungen der konventionellen Schmerztherapie mit Medikamenten führt. Für das Projekt kooperierte das Forschungsteam um Oberarzt Dr. med. Hartmuth Nowak mit den Universitätskliniken Regensburg, München und Köln sowie dem Klinikum Kassel. Über die Ergebnisse berichtet nun das renommierte British Medical Journal in seiner aktuellen Weihnachtsausgabe und widmet diesem Thema zudem ein Editorial.

Patient hört während der OP in Vollnarkose Musik über einen Kopfhörer. Quelle: Raphael Mueller, Fotoabteilung, UK Knappschaftskrankenhaus Bochum

Insgesamt wurden 385 Patienten unterteilt in zwei Gruppen in die Studie eingeschlossen. Die Patienten in der Behandlungsgruppe erhielten nach Narkoseeinleitung während der Operation therapeutische Suggestionen mit positiven und unterstützenden Worten sowie Musik über einen Kopfhörer, während bei einer Kontrollgruppe über die Kopfhörer nur Stille wiedergegeben wurde. Innerhalb der ersten 24 Stunden nach der Operation hatten die Patienten der Behandlungsgruppe einen um ein Drittel geringeren Opioid-Schmerzmittelbedarf. Auch waren bei diesen Patienten die Schmerzen um ca. ein Viertel niedriger. Zudem war bei den Patienten, bei denen die therapeutischen Suggestionen durchgeführt worden sind, in nur 63% der Fälle während dieses Zeitraums in die Gabe von Opioid-Schmerzmitteln notwendig, während dies bei 80% der Kontrollpatienten erforderlich war.

Für die Anästhesie und die operative Medizin ergeben sich aus den Resultaten der Studie klinisch relevante Folgerungen: Da der überwiegende Teil der Probanden auf die auditiven Reize reagiert hat, ruft dies einerseits zu einem sorgsameren Verhalten während der Operationen im Hinblick auf die Geräuschkulisse und möglicherweise unbedachten Gesprächen auf. Andererseits lassen sich die akustischen Stimulationen quasi frei von Nebenwirkungen und Mehrkosten dazu nutzen, auf nicht pharmakologischen Weg postoperative Schmerzen sowie den damit häufig verbundenen Opioid-Gebrauch zu senken.

Link zur Publikation im British Medical Journal (nur mit Anmeldung)

Link zum Editorial im British Medical Journal (nur mit Anmeldung)

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