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Seelsorgerin auf neuen Wegen

Pfarrerin Anja Franke verabschiedet sich aus dem Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund

Klinikum Westfalen – Knappschaftskrankenhaus Dortmund am 03.12.20

11 Jahre lang war Pfarrerin Anja Franke Seelsorgerin im Krankenhaus Lütgendortmund. Sie erlebte den Wandel vom Evangelischen Krankenhaus zum Knappschaftskrankenhaus ebenso wie die Veränderungen im Gesundheitswesen. Ihre Aufgabe blieb immer dieselbe: Sie begleitete Patienten und Angehörige durch schwere Zeiten. „Es ging um das Aushalten von Lebenskrisen, Fragen zum Lebensende oder um verlorenen Lebenswillen. Ich habe den Menschen zugehört, mit ihnen gesprochen und manchmal auch nur mal eine Hand gehalten oder ein gemeinsames Gebet angeboten“, schildert Franke.

Die Pfarrerin, die in Lütgendortmund lebt und auch der dortigen Kirchengemeinde verbunden ist, hielt regelmäßige Gottesdienste im Krankenhaus ab. Sie betreute die Angehörigen verstorbener Patienten ebenso wie Patienten, die während des Krankenhausaufenthaltes einen Verwandten oder Freund außerhalb der Klink verloren hatten. Die Seelsorge an und die Supervision mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, Aussegnungen, die Begleitung Sterbender oder die Unterstützung derjenigen, die eine schlimme Diagnose erhielten, gehörten ebenso zum Alltag. Einen besonderen Schwerpunkt setze die Pfarrerin zudem im Bereich der klinischen Ethik.

Viele psychiatrische Patienten betreute die engagierte Seelsorgerin über einen langen Zeitraum, manchmal über Jahre. Hier ging es oftmals um Glaubensfragen oder Spiritualität im Allgemeinen: „Manch einer bat mich um eine Bibel oder eine mutmachende Losung für den Tag.“ Immer wieder kamen dabei auch sehr persönliche Schicksale zur Sprache, die manchmal auch die Seelsorgerin selbst belasteten. Um all das zu verarbeiten, fand und findet Anja Franke Unterstützung im eigenen Glauben. „Ein Gebet – allein oder zusammen mit einem Patienten – hilft mir ebenso wie eine positive Rückmeldungen. Wenn mir jemand sagt, dass er über unser Gespräch nachgedacht hat und wenn man merkt, dass die Anregungen, die man gegeben hat, Früchte tragen, dann ist das ein schöner Lohn und eine Bestätigung, weiterzumachen.“

Weitermachen wird Anja Franke übrigens auch nach ihrem Abschied aus dem Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund, allerdings auf einer übergeordneten Ebene: Sie besetzt eine neu geschaffene Landeskirchliche Pfarrstelle für Seelsorge im Gesundheitswesen. „Ich werde Kirchenkreise und Kollegen beraten, Pfarrstellen in der Seelsorge sichern, Fortbildungen für Haupt- und Ehrenamtliche organisieren und vieles mehr.“ Ihre Erfahrungen aus Lütgendortmund werden ihr dabei helfen.

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