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Operieren zuhause trainieren

Digitalisierungsprojekt bringt neue Lehrformate in die Chirurgie

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 06.09.21

Liveübertragungen aus dem OP verfolgen und die Reaktionsfähigkeit in Notfallsituationen in einer App trainieren – das alles soll für Medizinstudenten der Ruhr-Universität Bochum schon bald möglich sein. Im Rahmen des Projekts „Digital-Modular-Learning-In-Surgery“ (DMLIS) werden in der Chirurgischen Klinik des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum neue Möglichkeiten der Digitalisierung in der medizinischen Lehre erprobt. Die Umsetzung der Maßnahmen ist für das Wintersemester 2021 geplant und wird im Rahmen des Universitätsprogramms „Digitalisierung der Lehre“ der Ruhr-Universität Bochum mit 50.000 Euro gefördert.

Per Liveübertragung können Studenten ab dem kommenden Wintersemester Operationen nicht nur über Bildschirme im OP-Saal, wie hier bei einer Operation mit dem Operationsroboter, sondern auch von zuhause aus verfolgen.

Von modernen Hilfsmitteln wie Kamera- und Bildschirmsystemen zur Steuerung von Eingriffen bis hin zu robotischen Operationstechniken sind die Räumlichkeiten des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum ausgezeichnet ausgestattet. Durch neue digitale Angebote soll die vorhandene Technik nun auch in der Lehre zum Einsatz kommen. „Die Chirurgische Klinik besitzt bereits die nötigen technischen Voraussetzungen, jedoch nutzen wir das volle Digitalisierungspotenzial für unsere Lehre noch nicht optimal aus“, sagt Dr. Sebastian Brinkmann, Oberarzt in der Chirurgischen Klinik und verantwortlich für das Projekt.

Digitale Technologien als chirurgisches Instrument der Zukunft

Die Fördermittel dienen in erster Linie dazu, die vorhandene Hardware mit modernen Softwarelösungen zu kombinieren. Möglich werden so beispielsweise Live-Übertragungen aus dem OP-Saal, die die Medizinstudenten der Ruhr-Universität Bochum von zuhause mitverfolgen können. „Ein virtueller OP-Saal ermöglicht jedem eine uneingeschränkte Sicht auf das Geschehen sowie einen interaktiven Austausch während der OP. Dies ist in Präsenzform aus Platzgründen nicht immer realisierbar“, erklärt Dr. Brinkmann.

Eine weitere geplante Maßnahme ist die Möglichkeit, virtuelle Operationen spielerisch in 3D über eine Smartphone-App durchzuführen. Auch Augmented Reality, also die Erweiterung der realen Welt um virtuelle Elemente, spielt beim E-Learning eine Rolle. Beispielsweise können virtuelle Patienten samt ihrer Vitalwerte in einen Raum projiziert und auf diese Weise die Diagnose verschiedener Krankheitsbilder geübt werden.

Transparenz und Kompetenz im Umgang mit digitaler Transformation in der Lehre

Ziel des Pilotprojekts im Marien Hospital Herne ist es, die digitale Lehre in den regulären Lehrplan einzubauen und standortübergreifend in allen weiteren Universitätskliniken der Ruhr-Universität Bochum umzusetzen. „Unter Pandemiebedingungen kommt der Digitalisierung der Lehre eine besondere Bedeutung zu“, so Prof. Dr. Dirk Bausch, Klinikdirektor der Chirurgischen Klinik. Die zukünftige Generation von Ärzten soll frühzeitig digitale Kompetenzen aufbauen und durch die neuen Lehrformate ihre Eigenständigkeit und Selbstorganisation fördern.

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