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Abschluss des 66. STI-Kongresses in Berlin

Lehren aus HIV und Sars-Cov2 für den Umgang mit Affenpocken: Deutscher STI-Kongress präsentiert Fach-Informationen zu sexueller Gesundheit und neuen Vorstand der Deutschen STI-Gesellschaft

Kath. Klinikum Bochum gGmbH - Universitätsklinikum der RUB am 1. Juli 2022

Am Samstag ging in Berlin der 66. Deutsche STI-Kongress zu Ende. Vier Tage lang diskutierten mehr als 300 Fachleute auf Einladung der Deutschen STI-Gesellschaft (DSTIG) über sexuell übertragbare Infektionen, über gesundheitsfördernde und lustvolle Sexualität sowie über medizinische, pharmazeutische und gesellschaftliche Herausforderungen in Zeiten von HIV, Corona und Affenpocken.

„Wir haben zusammengetragen, welche Lehren wir aus dem Umgang mit HIV- und Sars-Cov2-Infektionen ziehen können, auch für den Umgang mit dem Affenpocken-Ausbruch“, sagte Kongress-Präsidentin Viviane Bremer. Bremer, die als Epidemiologin am Robert-Koch-Institut das zuständige Fachreferat leitet, führte gemeinsam mit ihrem Ko-Präsidenten, dem Berliner Arzt Sven Schellberg, und dem Präsidenten der Deutschen STI-Gesellschaft, Norbert H. Brockmeyer, durch das Programm. Besonders wichtig war den dreien dabei der Kontakt zu den so genannten Communitys:

„Betroffene und gefährdete Menschen dürfen wir keinesfalls als ein Problem für die sexuelle Gesundheit betrachten, sondern stets als Teil der Lösung“, betonte Bremer.

Das galt auch für den Kongress-Teil, der sich unter dem Titel DSTIG special der Forschung zur Sexarbeit widmete. Die Berliner Soziologin Elfriede Steffan hatte gemeinsam mit der Kölner Sexualwissenschaftlerin Harriet Langanke ein Programm entworfen, in dem Sexarbeiter:innen, der Öffentliche Gesundheitsdienst und die Versorgung gemeinsam diskutierten. „Offen über Sexualität sprechen zu können, hilft enorm bei der medizinischen Versorgung – ist aber viel zu oft wegen diskriminierender Stigmatisierungen nicht möglich“, fasste Langanke ein zentrales Ergebnis von DSTIG special zusammen.

„Für einen medizinisch-wissenschaftlichen Fachkongress ist es eine Besonderheit, wenn sich Labormedizin, Grundlagenforschung, pharmazeutische und diagnostische Industrie gleichberechtigt mit ärztlicher Versorgung, Nichtregierungsorganisationen und staatlichen Einrichtungen begegnen,“ beschreibt Kongresspräsident Schellberg den Charakter des Kongresses. Solche interdisziplinären Begegnungen seien für alle Beteiligten fruchtbar und richtungsweisend. Die historischen Räume der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, unmittelbar am Gendarmenmarkt gelegen, boten dem Kongress eine eindrucksvolle Kulisse. „Wie vor 120 Jahren, als unsere Fachgesellschaft gegründet wurde, müssen wir uns auch heute: “für sexuelle Bildung von der Schule bis ins Alter einsetzen gegen die Diskriminierung von Lebenswelten, die der angeblich nicht der “Normalität” nicht entsprechen für Einbindung aller Menschen in die medizinische Versorgung, Testung auf STI bei mehr als fünf sexuellen Kontakten, aufsuchend Arbeit stärken und die Behandlung von STI fördern und dafür muss die sprechende Medizin besser vergütet werden einsetzen Sexualität und Lustempfinden in Freiheit und mit Verantwortung ist ein Menschenrecht, zudem ein entscheidender Faktor für Gesundheit im Allgemeinen”, erklärte DSTIG-Präsident Brockmeyer das Motto des Kongresses. Zudem stellte er die Aufgaben des neu gewählten Vorstandes der Fachgesellschaft vor.

Die Ziele sind eine bessere Versorgung der Bevölkerung bzgl. STI, wie wichtig dies ist machen auch die ständigen neue Infektionen deutlich. Es geht somit um Haltung , Sexualkultur, Bildung und medizinische, psychsomatische, pädagogische und soziale Kompetenz die gestärkt werden muss. Für Ärzte bietet die DSTIG zusammen mit der Ärztekammer Westfalen Lippe die Weiterbildung zum Sexualmediziner*in an.
Mehr zum Kongress unter www.sti-kongress2022.de

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