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Zwei Forschungsprojekte des Rheumazentrum Ruhrgebiet von Deutscher Rheumastiftung ausgezeichnet

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 14.09.22

Gleich zwei der vier Projektpreise der deutschen Rheumastiftung gingen in diesem Jahr an das Rheumazentrum Ruhrgebiet: Die Forschung von Dr. Ioana Andreica und Priv.- Doz. Dr. Uta Kiltz wurde je mit einem der 10.000 € dozierten Preise ausgezeichnet. Die Projektpreise wurden den beiden Oberärztinnen im Rahmen des Deutschen Rheumatologiekongresses 2022 am 03.09.2022 in Berlin verliehen.

Dr. Ioana Andreica (l.), Oberärztin, Rheumazentrum Ruhrgebiet, und Priv.-Doz. Dr. Uta Kiltz (r.), Oberärztin, Rheumazentrum Ruhrgebiet, erhielten für ihre Forschung Projektpreise der deutschen Rheumastiftung

Entzündlich-rheumatische Erkrankungen sind chronische Krankheiten des Immunsystems. Sie rufen entzündliche Reaktionen im Körper hervor. Besonders häufig sind Knochen, Gelenke und Muskeln betroffen, wo sie zu Gelenkschmerzen, Bewegungseinschränkungen und beim Fehlen einer adäquaten Behandlung zum Teil irreversiblen Schädigungen und Beeinträchtigungen führen. Etwa 1,5 Millionen Menschen sind in Deutschland nach einer Statistik aus 2017 von rheumatischen Erkrankungen betroffen.

Obwohl Rheuma weit verbreitet ist, ist es bisher im Vergleich zu vielen anderen Erkrankungen wenig erforscht. Mit der Vergabe von Projektpreisen möchte die Deutsche Rheumastiftung die Wissenschaft im Bereich der Rheumatologie fördern. Die prämierten Forschungsprojekte sollen helfen, die Bedürfnisse oder die Wahrnehmung rheumatischer Erkrankungen und deren Folgen besser zu verstehen.

Wie sich Internet- und Social Media-Recherchen auf die Krankheitsbewältigung auswirken

Unter Rheuma werden mehrere hundert unterschiedliche Erkrankungen zusammengefasst, über die die Allgemeinbevölkerung wenig bis gar nichts weiß. Dr. Andreica untersucht in ihrer Studie, inwiefern Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sich selbst online über ihre Krankheit informieren und die Hürden, mit denen sich dabei die Patienten konfrontiert sehen. In standardisierten Fragebögen werden die Patienten unter anderem befragt, welche Quellen sie zur Recherche verwenden, wie aufwändig die Suche nach Informationen ist und welchen Herausforderungen sie sich dabei stellen müssen. Grundlage dieser wissenschaftlichen Untersuchung ist, das Wissen, dass informierte Patienten sich wesentlich häufiger an Therapieempfehlungen halten als Patienten, die sich nicht selbst informieren. Dr. Andreica möchte dies genauer untersuchen: „Mit meiner Studie möchte ich herausfinden, inwieweit im Internet gefundene Informationen die Gesundheitskompetenz des Patienten verbessern können und dabei helfen, dass Patienten Therapieempfehlungen einhalten“, erläutert Dr. Andreica.

Zusammenhang von Rheuma und Psyche

Priv.- Doz. Dr. Kiltz erhielt einen Projektpreis für die Untersuchung des Zusammenhangs von Rheuma und Psyche. Der Leidensdruck ist bei Rheumapatienten häufig sehr hoch. Sie sind durch ihre chronische Erkrankung im Alltag oft eingeschränkt, haben Schmerzen, sind häufig beim Arzt und müssen Medikamente nehmen. Oft gehen entzündlich-rheumatische Erkrankungen mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen einher und ein Teil der Patienten äußert auch Suizidgedanken. Im Rahmen ihres Forschungsprojektes untersucht Priv.- Doz. Dr. Kiltz nun, welche Faktoren bei Rheumapatienten im Zusammenhang mit Selbstmordgedanken festgestellt werden können. In standardisierten Fragebögen werden Patienten zu verschiedenen Faktoren befragt: Dabei werden sowohl demografische Faktoren – wie Alter, Familienstand oder Religion – als auch Fragen zur rheumatischen Grunderkrankung – wie Symptome und Krankheitsaktivität – und Fragen zur Psyche und Persönlichkeitsmerkmalen erfasst. Zur genaueren Abgrenzung der Faktoren werden zusätzlich Rheumapatienten desselben Geschlechts und derselben Altersgruppe befragt, die keine Suizidgedanken geäußert haben. Darüber hinaus werden die Patienten mit Suizidgedanken psychosomatisch in einer kooperierenden Klinik untersucht. So lässt sich beurteilen, ob die Suizidgedanken eher auf die rheumatische Erkrankung oder psychische Faktoren zurückzuführen sind. „Ziel der Studie ist es herauszufinden, welche Faktoren bei Rheumapatienten zu Suizidgedanken führen. Das Wissen um diese Faktoren kann dabei helfen, den Zusammenhang von Rheuma und Psyche besser zu verstehen und diese Faktoren zu eliminieren“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Kiltz das Forschungsvorhaben der aktuell laufenden Studie.

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