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Neuer Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radio-Onkologie

St. Elisabeth Gruppe GmbH am 8. Juli 2023

Priv.-Doz. Dr. Christian Baues ist neuer Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radio-Onkologie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum. Seit dem 01. Juli 2023 hat der ausgewiesene Experte die Leitung der Klinik inne. Er deckt das gesamte Leistungsspektrum der Strahlentherapie ab und verfügt insbesondere über langjährige Expertise im Bereich der sogenannten stereotaktischen Therapieverfahren. Hierbei wird in weniger Behandlungssitzungen mit einer höheren Dosis bestrahlt, wodurch sich die Wirkung der Therapie verbessert und gleichzeitig verkürzen lässt.

Stephan Fanselow (r.), Mitglied der Geschäftsleitung der St. Elisabeth Gruppe, begrüßt Priv.-Doz. Dr. Christian Baues, den neuen Klinikdirektor der Klinik für Strahlentherapie und Radio-Onkologie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum.
Stephan Fanselow (r.), Mitglied der Geschäftsleitung der St. Elisabeth Gruppe, begrüßt Priv.-Doz. Dr. Christian Baues, den neuen Klinikdirektor der Klinik für Strahlentherapie und Radio-Onkologie des Marien Hospital Herne – Universitätsklinikum der Ruhr-Universität Bochum.

Die Strahlentherapie wird bei verschiedenen Erkrankungen eingesetzt. Neben der Behandlung von degenerativen Verschleißerkrankungen wie z. B. Arthrose, wird die Bestrahlung vor allem bei der Therapie von Krebserkrankungen angewendet. Die Strahlentherapie zählt zu den drei entscheidenden Behandlungssäulen der Krebstherapie. Rund ein Drittel aller Krebspatienten wird bestrahlt. Dabei werden die Krebszellen durch aufgehärtete Röntgenstrahlung zerstört. In der Folge schrumpft der Tumor und verschwindet auch im besten Falle.

„In Zukunft möchte ich verstärkt den Fokus der Klinik auf die Bestrahlung von Krebspatienten legen und so mit den verschiedenen medizinischen Fachabteilungen aber auch niedergelassenen Praxen stärker zusammenarbeiten. Die Behandlung kann im Marien Hospital Herne ambulant oder stationär erfolgen. Auch komplexe Fälle, wie Zweitbestrahlungen, können wir routiniert optimal versorgen“, erklärt der Klinikdirektor. Vor allem bei parallellaufenden Therapien, wie z. B. einer Chemo- und Strahlentherapie, ist ein stationärer Aufenthalt sinnvoll, um mögliche Nebenwirkungen direkt zu behandeln.

Stereotaktische Therapieverfahren: Verkürzte Behandlungsdauer bei gleichem Risiko

Da durch die Bestrahlung auch umliegendes, gesundes Gewebe und gesunde Organe geschädigt werden können, gibt es verschiedene Behandlungsansätze, die sich in der Behandlungsdauer und der Strahlendosis unterscheiden. Bei einer fraktionierten Strahlentherapie werden Patienten über einen längeren Zeitraum mit einer geringen Strahlungsdosis pro Tag behandelt.

Unter Stereotaxie hingegen versteht man in der Strahlentherapie eine Bestrahlung mit einer erhöhten Strahlungsdosis. Dies setzt eine hohe Genauigkeit der Bestrahlung voraus, um umliegende Organe und Gewebe zu schonen. „Durch die erhöhte Strahlendosis kann die Wirksamkeit der Behandlung verbessert und gleichzeitig die Behandlung verkürzt werden. Gleichzeitig muss eine hohe Genauigkeit erreicht werden, um Nebenwirkungen und Risiken für den Patienten gering zu halten“, erklärt Priv.-Doz. Dr. Baues. Bislang ist diese Vorgehensweise ausschließlich bei Patienten mit Tumoren oder Metastasen der Leber, Lunge und Knochen im Marien Hospital Herne möglich. „Mein Ziel ist es, die Stereotaxie mit den entsprechenden technischen Geräten auszuweiten und zukünftig mehr Patienten in Herne und Umgebung eine stereotaktische Behandlung zu ermöglichen“, erklärt der 42-Jährige.

Umfassendes Behandlungsangebot der Klinik

Die Klinik für Strahlentherapie und Radio-Onkologie des Marien Hospital Herne deckt ein breites Behandlungsspektrum ab und ermöglicht somit eine Bestrahlung vieler verschiedener Organe. Ein besonderer Fokus liegt auf der Behandlung von Patienten mit Prostatakrebs, Brustkrebs und Gehirntumoren.

Bei der Bestrahlung von Brustkrebspatientinnen kommt ein besonders schonendes Verfahren zum Einsatz, es wird in tiefer Einatmung (Deep Inspiration Breathhold, kurz DIB) bestrahlt: Patientinnen müssen vor der Bestrahlung tief einatmen, wodurch sich der Abstand zwischen Brust und Herz vergrößert. Dadurch wird das Herz einem geringeren Strahlenrisiko ausgesetzt und kardiale Langzeitkomplikationen können vermieden werden.

„Mit Priv.-Doz. Dr. Christian Baues konnten wir einen bundesweit ausgewiesenen Experten als Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radio-Onkologie gewinnen, der die Klinik kontinuierlich weiterentwickeln wird“, freut sich Stephan Fanselow, Mitglied der Geschäftsleitung der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr.

Versorgung in Herne und Bochum

Priv.-Doz. Dr. Christian Baues übernimmt nicht nur die strahlentherapeutische Versorgung der Patienten des Marien Hospital Herne, sondern versorgt darüber hinaus mit zwei Fünfteln seiner Arbeitszeit auch die Patienten im St. Josef-Hospital Bochum als dortiger Direktor der Klinik für Strahlentherapie. Sein Schwerpunkt liegt dort auf der Behandlung von Patienten mit Krebserkrankungen des Magen-Darm-Traktes.

Neuester Stand der Technik: Künstliche Intelligenz in der Strahlentherapie und Radio-Onkologie

Künstliche Intelligenz hält in immer mehr Bereichen Einzug, auch in der Medizin. Vor allem die Bestrahlungsplanung wird in der Strahlentherapie und Radio-Onkologie durch digitale Innovationen wie künstliche Intelligenz weiter optimiert. „Schon jetzt gibt es erste Ansätze bei denen durch künstliche Intelligenz einzelne Schritte in der Vorbereitung und Planung der Bestrahlung unterstützt werden können, die anschließend von dem behandelnden Arzt geprüft und umgesetzt werden“, berichtet Priv.-Doz. Dr. Christian Baues.

Wissenschaftlicher Schwerpunkt

Als Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radio-Onkologie des Marien Hospital Herne ist Priv.-Doz. Dr. Christian Baues außerdem Inhaber des Lehrstuhls für Strahlentherapie der Ruhr-Universität Bochum. Sein Forschungsschwerpunkt liegt u. a. auf dem Hodgkin-Lymphom, einer speziellen Form des Lymphdrüsenkrebses. Vor allem junge Erwachsene aber auch Menschen über 70 Jahren erkranken vor allem daran. Er ist zudem als Leiter der Referenzstrahlentherapie der Deutschen Hodgkin Studiengruppe tätig und berät mit seiner umfassenden Expertise bei strahlentherapeutischen Fragestellungen. Darüber hinaus liegt sein wissenschaftlicher und klinischer Schwerpunkt auf der Radio-Immuntherapie, einer neuen Form der Therapie, die aus einer Kombination von Bestrahlung und Immuntherapie besteht.

Von Köln ins Ruhrgebiet

„Als neuer Direktor freue ich mich besonders darauf, die Ausrichtung der Klinik gestalten zu können und die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten in der Region auszubauen“, so Priv.-Doz. Dr. Baues. Nach dem Medizinstudium an der Universität zu Köln ging es für den 42-Jährigen für das Praktische Jahr (kurz PJ) in die Schweiz. Dabei entdeckte er sein Interesse für die Strahlentherapie und Radio-Onkologie. Seine Facharztausbildung begann er anschließend in der Strahlentherapie der Uniklinik Köln und entwickelte sich dort vom Assistenz- zum Fach- und Oberarzt weiter. Zuletzt war er dort als kommissarischer Direktor tätig. Priv.-Doz. Dr. Christian Baues ist verheiratet und hat zwei Kinder.

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